Formel 1 in Silverstone: Leclerc gewinnt, Antonelli wird Opfer der Technik und Verstappen hasst seinen Wagen

Datum05.07.2026 18:07

Quellewww.spiegel.de

TLDRCharles Leclerc gewann den Großen Preis von Großbritannien in Silverstone nach langer Durststrecke. Der WM-Führende Kimi Antonelli erlitt technische Probleme und fiel weit zurück. Max Verstappen schied nach einem Ausrutscher ins Kiesbett aus und zeigte sich frustriert über seinen Wagen. George Russell wurde Zweiter vor Lewis Hamilton, der eine Zeitstrafe erhielt.

InhaltBeim Grand Prix in Silverstone sehen 175.000 Fans ein Rennen mit zahlreichen Wendungen. Der WM-Führende Antonelli patzt, Charles Leclerc siegt erstmals seit knapp zwei Jahren. Und Max Verstappen? Ärgert sich. Im Chaos von Silverstone hat Charles Leclerc ein Technik-Desaster von WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli ausgenutzt und seinen ersten Formel-1-Sieg seit 623 Tagen gefeiert. Der Teenager klagte zehn Runden vor dem Ende bei seiner Aufholjagd auf den Führenden von Ferrari über einen Schaden an seinem Mercedes, wurde ganz weit zurückgeworfen und blieb als 16. zum dritten Mal nacheinander ohne Punkte. Leclerc behielt beim Grand Prix von Großbritannien mit einer späten Safety-Car-Phase nach einem Kiesbett-Aus von Max Verstappen im Red Bull kühlen Kopf und stand erstmals seit dem USA-Event in Texas 2024 auf dem Podest wieder ganz oben. Der Monegasse verwies Antonellis Teamkollegen George Russell auf den zweiten Platz. Dritter wurde Lokalheld Lewis Hamilton, der eine Fünf-Sekunden-Strafe wegen Fehlstarts verbüßen musste und sich am Ende mit einem Taktikfehler beim Boxenstopp um Platz zwei brachte. Antonelli, der noch den Sprint am Samstag gewonnen hatte, bleibt WM-Führender. Sein Vorsprung auf Russell schmolz allerdings auf 25 Zähler. "Die Aufhängung ist gebrochen", schrie er in der Schlussphase über Funk, musste dann an die Box und stand mehrmals davor, seinen Wagen vorzeitig abzustellen. Die Fans sahen erneut einen unglücklichen Start von Antonelli. Der italienische Teenager hatte sich nach seinem ersten Sieg im Sprint in Silverstone auch die Pole-Position gesichert. Aber für Antonelli läuft es an der Spitze stehend einfach nur selten optimal. In Kurve eins war Leclerc im ersten Ferrari vorbei und auch Hamilton im zweiten Ferrari ließ den Mercedes-Fahrer hinter sich. Vor einer Woche schien Verstappen mit seinem zweiten Platz in Spielberg noch die Wende mit Red Bull eingeleitet zu haben. In Silverstone kehrte aber der Frust zurück. Im Sprint wurde der Niederländer nur Sechster, in der Qualifikation kam er nicht über Rang sieben hinaus. Vier Runden vor dem Rennende schlitterte Verstappen ins Kiesbett. "Peinlich, schlecht", lautete Verstappens Fazit, der über die Balance im Auto und fehlenden Top-Speed klagte. "Ehrlich, ich hasse diesen Wagen", sagte der Red-Bull-Star nach seinem Aus. Die 175.000 Zuschauer erlebten einen vollkommen wilden Schlussakt. Zunächst klagte Antonelli über Probleme an seinem Auto und verhandelte rundenlang mit seiner Box, ob er vorzeitig aufgeben sollte. Der Jungstar fuhr bis zum Schluss, kassierte aber noch eine Zeitstrafe wegen mehrfach unerlaubten Überfahrens des Streckenrands. Dann erwischte es wie erwähnt Verstappen, der im Kiesbett strandete. Das Safety-Car kam auf die Strecke und bremste das Feld bis zur letzten Runde ein. Hamilton probierte einen Boxenstopp, um noch einmal Platz eins anzugreifen. Doch er kam hinter Russell als Dritter zurück auf die Piste – das dürften die Strategen so nicht gewollt haben.