Köln: Rund 1,5 Millionen Menschen feiern Christopher Street Day

Datum05.07.2026 18:02

Quellewww.spiegel.de

TLDRRund 1,5 Millionen Menschen feierten in Köln den Christopher Street Day. Der CSD-Umzug mit etwa hundert Festwagen und zehntausenden Teilnehmern demonstrierte lautstark für die Rechte queerer Menschen unter dem Motto "Für Queerrechte – Viele. Gemeinsam. Stark!". Die Veranstaltung, eine der größten Europas, fand friedlich statt. Politiker wie Karl Lauterbach und Claudia Roth nahmen teil, wobei die zunehmende Bedrohung queerer Rechte und die Verteidigung demokratischer Werte betont wurden.

InhaltFestwagen und Federboas: In Köln sind Hunderttausende für Gleichberechtigung und die Rechte queerer Menschen auf die Straße gegangen. In Köln haben am Sonntag nach Angaben des Veranstalters rund 1,5 Millionen Menschen den Christopher Street Day (CSD) gefeiert. Für den farbenfrohen Umzug mit rund hundert Festwagen durch die Innenstadt waren rund 60.000 Teilnehmende angemeldet. Er wurde von Hunderttausenden Schaulustigen und Feiernden gesäumt. Sie demonstrierten nach Angaben des veranstaltenden Vereins Cologne Pride "friedlich, aber laut für die Rechte und Anliegen der queeren Community". Nach Einschätzung des Vereins war die Stadt Köln zur CSD-Demonstration "noch nie so voll wie in diesem Jahr". Die Demonstration stand diesmal unter dem Motto "Für Queerrechte – Viele. Gemeinsam. Stark!". Begleitet wurde der Aufzug von einem mehrtägigen Straßenfest in der Kölner Innenstadt. Nach Angaben der Polizei gab es bis zum Sonntagnachmittag keine Zwischenfälle. Die Kölner CSD-Demonstration zählt zu den größten ihrer Art in Deutschland und Europa. Wie in den vergangenen Jahren nahmen auch wieder Politiker an dem Kölner CSD teil, darunter der frühere Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Grünenpolitikerin Claudia Roth. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) war nach eigenen Angaben zum ersten Mal in Köln dabei, "weil ich mir zunehmend Sorgen mache", wie er der Nachrichtenagentur dpa sagte. "Wir haben zunehmend Menschen, die den Anspruch erheben, zu bestimmen, wie man leben muss. Und das ist ein Irrtum", sagte Reul. Er wolle zeigen: "Der Teil des Staates, für den ich stehe, die Polizei, der schützt alle." Die ehemalige Kultur-Staatsministerin Claudia Roth forderte, es müsse verteidigt werden, was mühsam aufgebaut worden sei. "Wir sind heute auch hier in Köln als die größte Demonstration für die Demokratie in unserem Land, und dieses Signal schicken wir nach Erfurt zu den Demokratiefeinden", sagte sie mit Blick auf den dort stattfindenden Parteitag der AfD.   Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach sagte, so wichtig wie derzeit sei der CSD noch nie gewesen, weil die Rechte queerer Menschen zunehmend unter Druck stünden. "Wenn Rechte abgeschafft werden und die Leute, die es betrifft, sind nicht zu sehen, dann werden wir untergehen", sagte Lauterbach. Köln zeige, dass das zum Glück nicht der Fall sei. Der CSD geht zurück auf die Erstürmung der Schwulenbar Stonewall Inn in der New Yorker Christopher Street am 28. Juni 1969 durch die Polizei. Daraufhin folgten tagelange schwere Zusammenstöße zwischen Aktivisten und Sicherheitskräften.