Erdnahe Asteroiden : Japanischer Testflug zur Abwehr von Asteroiden verläuft erfolgreich

Datum05.07.2026 17:09

Quellewww.zeit.de

TLDRJapan hat erfolgreich einen Testflug zur Asteroidenabwehr durchgeführt. Die Raumsonde Hayabusa 2 umrundete den erdnahen Asteroiden Torifune präzise in nur 800 Metern Entfernung. Ziel war es, die Steuerungsfähigkeit für zukünftige Missionen zur Ablenkung gefährlicher Himmelskörper zu prüfen. Die dabei gesammelten Daten über die Beschaffenheit des Asteroiden sind entscheidend für die Wahl der optimalen Abwehrmethode. Dieses Vorgehen ähnelt dem erfolgreichen Nasa-Test mit der Dart-Sonde.

InhaltJapan hat eine Raumsonde offenbar präzise an einem Asteroiden vorbeifliegen lassen. Künftig könnten Sonden zur Abwehr gefährlicher Himmelskörper benutzt werden. Der japanische Testflug einer Raumsonde zur Abwehr potenziell gefährlicher Himmelskörper ist erfolgreich verlaufen. Das teilte eine Sprecherin der japanischen Raumfahrtbehörde Jaxa mit. Die Hayabusa 2 ist demnach planmäßig in unmittelbarer Nähe an dem erdnahen Asteroiden Torifune vorbeigeflogen. Die Sonde von der Größe eines Kühlschranks flog bei dem Test mit einer Geschwindigkeit von mehr als 18.000 Kilometern pro Stunde. Laut Jaxa sollte sie bis auf 800 Meter an den Asteroiden heranfliegen, ihn aber nicht berühren. Stattdessen wollten die Wissenschaftler mit dem Testflug prüfen, ob sie die Flugbahn der Sonde präzise steuern können, sollte sie jemals einen Himmelskörper per Kollision von seinem Kurs abbringen müssen. Dies ist nun offenbar gelungen. Sollte sich bestätigen, dass die Sonde tatsächlich bis auf 800 Meter an Torifune herangekommen ist, wäre dies einer der dichtesten Vorbeiflüge an einem erdnahen Asteroiden, die bisher je ausgeführt wurden. Kameras an Bord der Sonde erfassten zudem Daten von der Oberfläche des Asteroiden. Darunter waren geografische Merkmale, seine Beschaffenheit und Temperatur. Die Informationen sind wichtig für eine mögliche Mission zum Schutz der Erde. Denn falls ein Asteroid durch einen Einschlag abgelenkt werden solle, sei es entscheidend zu wissen, ob er sich "wie ein Schwamm verhält oder wie ein sehr festes Material", sagte Patrick Michel von der Europäischen Weltraumorganisation Esa. Die japanische Mission erfolgte vier Jahre nach einem Test der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa, bei der im September 2022 die Sonde Dart kontrolliert auf dem Asteroiden Dimorphos eingeschlagen war und damit erfolgreich dessen Flugbahn verändert hatte. Die Raumsonde Hayabusa 2 war 2014 zu ihrer Mission zum rund 300 Millionen Kilometer entfernten Asteroiden Ryugu gestartet und kehrte 2020 in die Erdumlaufbahn zurück, um eine Kapsel mit Materialproben abzusetzen. Nach dem Vorbeiflug an Torifune wird sie voraussichtlich im Jahr 2031 zu einer weiteren Asteroiden-Mission ins All geschickt.