Datum05.07.2026 17:09
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer britische Rechtspopulist Nigel Farage steht im Verdacht, Vorteile von einem wegen Betrugs verurteilten Kryptounternehmer erhalten und nicht offengelegt zu haben. Dem Bericht zufolge zahlte der Unternehmer für Farages Sicherheit und Mitarbeiter sowie für dessen Unterbringung. Farage bestreitet die Vorwürfe und bezeichnet sie als haltlos. Bereits eine frühere Millionenspende eines anderen Kryptomilliardärs wird untersucht.
InhaltLaut einem Medienbericht soll der Rechtspopulist Nigel Farage Vorteile von einem dubiosen Kryptounternehmer angenommen haben, ohne das offenzulegen. Farage bestreitet die Vorwürfe. Neue Vorwürfe gegen den rechtspopulistischen britischen Parteichef Nigel Farage: Laut Recherchen der "Sunday Times" soll ein wegen Betrugs verurteilter Kryptounternehmer vor Farages Einzug ins Parlament für dessen Sicherheit und Mitarbeiter gezahlt haben. Ein Abgeordneter der Liberaldemokraten forderte daraufhin eine Untersuchung durch den Ethikbeauftragten des Unterhauses. Gegen den Chef der Partei "Reform UK" läuft bereits eine Untersuchung wegen einer nicht deklarierten Millionenspende eines anderen Kryptomilliardärs. Nach Angaben der Zeitung mietete der in den USA wegen Betrugs verurteilte Kryptounternehmer eine Villa nahe dem Buckingham-Palast, in der Farage übernachtet habe. Zudem habe der 32-jährige Unternehmer kurz vor Farages Rückkehr in die Spitzenpolitik im Jahr 2024 Sicherheitskosten sowie Mitarbeiter für die Betreuung von Farages Accounts in Onlinenetzwerken bezahlt. Farage bestreitet die Vorwürfe. Ein Sprecher bezeichnete den Bericht als "haltlos und aus der Luft gegriffen". Es seien keine parlamentarischen Regeln verletzt worden. Neue Abgeordnete im britischen Parlament müssen Geschenke und geldwerte Vorteile aus den zwölf Monaten vor ihrer Wahl angeben, sofern sie "bei vernünftiger Betrachtung" mit politischer Tätigkeit in Verbindung gebracht werden können. Der Reform-UK-Politiker Robert Jenrick sagte der BBC, der Kryptounternehmer sei ein "alter Freund" Farages. Dieser habe 2024 vor Farages Wahl ins Parlament dessen Mitarbeiter und Sicherheit bezahlt. Farage habe zudem nur "sehr selten" in dessen Anwesen übernachtet. "Keinerlei Regeln wurden gebrochen", betonte Jenrick. Farages Verhalten wird bereits wegen einer nicht gemeldeten Zahlung in Höhe von fünf Millionen Pfund geprüft, die der in Thailand lebende Luftfahrtunternehmer und Kryptoinvestor Christopher Harborne ihm hatte zukommen lassen. Farage und seine Partei Reform UK erklärten, es habe sich um ein persönliches Geschenk für seine Sicherheit gehandelt. Farage ist Chef der Rechts-außen-Partei "Reform UK", die derzeit in Umfragen vorn liegt. Bei den Kommunalwahlen in England im Mai gewann sie fast 1500 Sitze. Bei einer wichtigen Nachwahl für einen Parlamentssitz im Nordwesten Englands im Juni unterlag ihr Kandidat allerdings deutlich dem Labour-Politiker Andy Burnham. Dieser gilt als voraussichtlicher Nachfolger von Premierminister Keir Starmer, der Ende Juni seinen Rücktritt angekündigt hatte.