Datum05.07.2026 13:00
Quellewww.spiegel.de
TLDRArchäologen in Ägypten entdeckten in Marina al-Alamein fast 2000 Jahre alte Gräber, darunter einen intakten Granitsarkophag, sowie Funde wie Goldobjekte. Der Fundort könnte die antike Stadt Leukaspis sein. Parallel dazu wurden in der Dachla-Oase die Überreste einer gut organisierten byzantinischen Siedlung aus dem 4. Jahrhundert freigelegt, einschließlich einer Kirche und Ostraka.
InhaltIn Marina al-Alamein in Ägypten sind Forschende unter anderem auf einen Granit-Sarkophag mit intaktem Deckel gestoßen. An anderer Stelle legten sie die Überreste einer ganzen Siedlung frei. An der Mittelmeerküste Ägyptens haben Archäologen mehrere fast 2000 Jahre alte Gräber entdeckt. Einer Mitteilung des ägyptischen Tourismus- und Antikenministeriums zufolge wurden die Gräber in Marina al-Alamein gefunden, etwa hundert Kilometer westlich von Alexandria. Der Erklärung zufolge waren die Steinplatten der nun entdeckten Gräber in mehreren Kammern noch immer an ihrem ursprünglichen Platz. Bei einem Granit-Sarkophag von etwa zweieinhalb Metern Länge war demnach auch noch der Deckel intakt. Laut der Mitteilung deutet dies darauf hin, dass er fast 2000 Jahre verschlossen war. In den Gräbern selbst fanden die Archäologen menschliche Überreste, Töpferwaren, Amphoren und andere Grabbeigaben. Zu den bedeutendsten Funden zählten 24 Objekte aus Gold, die mehreren Verstorbenen in den Mund gelegt worden waren, ein Bestattungsritual, das mit Vorstellungen vom Leben nach dem Tod verbunden ist. Es wird angenommen, dass es sich bei dem Fundort um die antike Stadt Leukaspis handelt, ein Mittelmeerhafen, der zwischen der hellenistischen und der byzantinischen Zeit seine Blütezeit erlebte. Insgesamt sind damit nach Angaben des Ministeriums inzwischen 44 Gräber in Marina al-Alamein bekannt, seit die Stätte im Zuge von Bauarbeiten im Jahr 1986 entdeckt wurde. Unabhängig vom Fund in Marina al-Alamein legten Archäologen in der Dachla-Oase im Westen Ägyptens Überreste einer Siedlung aus byzantinischer Zeit frei. Laut dem Ministerium reicht ihre Entstehung etwa auf das vierte Jahrhundert zurück. Die Stadt im archäologischen Komplex Ain al-Sabil wurde demnach aus Lehmziegeln errichtet. Sie verfügte über ein planmäßig angelegtes Straßennetz, öffentliche Plätze, Wohnhäuser, eine Basilika-ähnliche Kirche und Verteidigungsanlagen. Gewissermaßen handelte es sich um eine organisierte urbane Gemeinde mitten in der Wüste. Am Ausgrabungsort wurden zudem etwa 200 als Ostraka bezeichnete Tonscherben mit Inschriften in Koptisch und Griechisch sowie Bronze- und Goldmünzen gefunden. Einige der Münzen stammen aus der Zeit des römischen Kaisers Constantius II. (337 bis 361).