Schwalmstadt (Hessen): Spender erklärt, warum er Jugendlichen Freibad-Eintritt bezahlt

Datum05.07.2026 12:48

Quellewww.spiegel.de

TLDREin anonymer Spender bezahlt in Schwalmstadt den Freibadeintritt für alle Unter-16-Jährigen in den Sommerferien. Er möchte damit jungen Menschen sinnvolle Freizeit ermöglichen und sicherstellen, dass der Zugang nicht von der finanziellen Situation abhängt. Die Aktion soll den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken und Familien unterstützen. Der Spender, der selbst positive Kindheitserinnerungen ans Freibad hat, hinterlegte vorab 5000 Euro und plant bereits weitere Angebote.

InhaltEin Mann gibt Tausende Euro aus, um alle Unter-16-Jährigen seiner Kreisstadt ins Freibad einzuladen. Nun äußert er sich, warum er den Eintritt für Kinder und Jugendliche bezahlt. In Schwalmstadt in Nordhessen können Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren in den Sommerferien kostenlos ins Freibad gehen. Ihren Eintritt übernimmt ein anonymer Spender aus eigener Tasche. Nun hat sich der Mann bei der dortigen Regionalzeitung, der "Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen" (HNA) gemeldet und erklärt, warum er für den Freizeitspaß einer ganzen Kreisstadt aufkommt. "Das Freibad war für uns als Schüler doch so etwas wie die große Freiheit", sagte der Spender der HNA. Er wolle verhindern, dass der Zugang zum Bad von der finanziellen Situation der Familien abhängt. Junge Menschen könnten dort sinnvolle, gesundheitsfördernde Freizeit erleben und "das Handy mal beiseitelegen". Der Schwalmstädter besucht das Schwimmbad Ziegenhain offenbar selbst regelmäßig. Die Idee, erzählte er der Zeitung, sei ihm gekommen, als er nahezu allein seine Bahnen zog und an seine eigene Kindheit dachte. Damals sei das Geld in seiner Familie oft knapp gewesen. Seine Spendenaktion hat für bundesweites Aufsehen gesorgt. Reporterteams reisten ins Freibad, die Kommentare reichten von Begeisterung bis Rührung. Der Spender selbst sagt, die Aufmerksamkeit habe ihn überrascht und ihn kurzzeitig sogar verunsichert – er nutze soziale Netzwerke wie Facebook bewusst nicht. "Ich will mich nicht interessant machen", sagte er der Zeitung zu Beginn des Gesprächs. Bürgermeister Tobias Kreuter nannte die Aktion ein "wunderbares Zeichen für den Zusammenhalt", das besonders Familien zugutekomme, die diesen Sommer nicht verreisen könnten. Als Sicherheit habe der Spender vorab bereits 5000 Euro hinterlegt, "damit niemand denkt, ich ziehe am Ende zurück". Ein finanzielles Limit hat der Mann nicht gesetzt. Die Aktion gilt für die gesamte sechswöchige hessische Sommerferienzeit bis zum 9. August; die Stadt hatte zuvor mit rund 15.000 Euro Eintrittseinnahmen pro Saison kalkuliert. Für die kommende Saison denkt der Spender bereits über ein Saisonkartenangebot für Kinder und Jugendliche nach, insbesondere für jene, die sich aus finanziellen Gründen bislang seltener einen Freibadbesuch leisten konnten. Die Resonanz mache ihn "richtig glücklich", sagte er der HNA.