»Flamingo-Proteste«: Wieder gehen Zehntausende in Albanien auf die Straße

Datum05.07.2026 08:31

Quellewww.spiegel.de

TLDRSeit 35 Tagen protestieren Zehntausende Albaner gegen ein Luxusresort in einem Flamingo-Schutzgebiet, an dem Jared Kushner beteiligt ist. Ursprünglich eine Umweltbewegung, richten sich die Proteste nun gegen Korruption und die Regierung. Am 35. Protesttag wurde die größte Kundgebung seit Beginn der "Flamingo-Proteste" verzeichnet. Nach Ausschreitungen bei einer Demonstration vor dem Parlament wurden viele Demonstranten festgenommen, während die albanische Regierung versucht, den Tourismus zu fördern.

InhaltSeit 35 Tagen in Folge protestieren Menschen in Albanien gegen den Bau eines Luxusresorts in einem Naturschutzgebiet, an dem Donald Trumps Schwiegersohn beteiligt ist. Doch den Menschen geht es längst um mehr, die Beteiligung wächst. Erst ging es nur um Flamingos, inzwischen geht es um die Zustände in ganz Albanien: In Tirana, der Hauptstadt des Balkanlandes, haben Zehntausende Menschen gegen ein geplantes Luxusbauprojekt von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner protestiert. Laut der Nachrichtenagentur AFP handelte es sich um die größte Kundgebung seit Beginn der sogenannten Flamingo-Proteste im Mai. Bestätigt ist das nicht. Albanische Medien berichten  lediglich von einer außergewöhnlich starken Beteiligung. Die Proteste starteten als Umweltbewegung gegen den Bau des Ferienresorts im Naturschutzgebiet Zvernec an der Südwestküste Albaniens, einem wichtigen Brutgebiet für Flamingos. An dem Bauprojekt sind der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Kushner, und seine Frau Ivanka Trump beteiligt. Begonnen hatte der Protest, nachdem an einem Strand in Zvernec plötzlich mit Stacheldraht gesicherte Bauzäune und Bagger aufgetaucht waren. Samstag war der 35. Protesttag in Folge. Mittlerweile richten sich die täglichen Proteste auch gegen die albanische Regierung. Die Demonstranten prangern die Korruption in dem Land an und fordern den Rücktritt von Regierungschef Edi Rama . Auf Plakaten war am Samstag etwa zu lesen: "Albanien steht nicht zum Verkauf". Einige forderten die Freilassung von 19 Demonstranten, die nach Ausschreitungen am Donnerstag festgenommen worden waren. Am Donnerstag hatten sich die Demonstranten vor dem Parlament versammelt, um Abgeordneten den Zugang zum Gebäude zu versperren. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Die Demonstranten warfen Eier, Steine und andere Gegenstände und versuchten, die Polizeiketten zu durchbrechen. Laut den Behörden wurden 15 Polizisten verletzt, 25 Demonstranten wurden festgenommen. Die albanische Regierung versucht seit langer Zeit, ihre Wirtschaft durch Tourismus anzukurbeln. Die Familie von US-Präsident Trump hat weltweit vielfach in Luxusprojekte investiert. Kritiker werfen Kushner und seiner Frau vor, die Präsidentschaft von Donald Trump für eigene Geschäfte zu nutzen. Inzwischen ist sogar von einer "Flamingo-Revolution" die Rede. Mehr dazu lesen Sie hier.