Datum05.07.2026 08:09
Quellewww.spiegel.de
TLDRCondor sucht einen finanzstarken Partner, bevorzugt aus der Luftfahrt. Neben Golf-Airlines wie Emirates oder Qatar Airways sind auch Turkish Airways oder andere Unternehmen aus der Türkei denkbar. Der Staat, der Condor nach der Thomas Cook-Pleite und während der Pandemie gerettet hatte, wird voraussichtlich aussteigen. Condor erzielte zuletzt einen Rekordgewinn und wuchs stark. Lufthansa kommt aus kartellrechtlichen Gründen nicht als Käufer in Frage.
InhaltDer Hauptaktionär des Ferienfliegers Condor will einen finanzstarken Partner mit Erfahrungen aus der Luftfahrt ins Boot holen. Das hält auch Condor-Chef Peter Gerber für eine gute Idee. Der deutsche Ferienflieger Condor hat als mögliche Käufer auch Fluggesellschaften aus dem arabischen Raum und der Türkei im Blick. Angesichts des erwarteten Staatsausstiegs und der vom Haupteigner Attestor eingeleiteten Investorensuche nannte Condor-Chef Peter Gerber in einem Interview des "Stern" unter anderem Emirates, Etihad oder Qatar Airways. "Das sind ebenfalls starke Anbieter, die sich nach den Erfahrungen mit den USA im Irankrieg vielleicht weniger abhängig vom Heimatmarkt machen wollen und auch offen für Partner aus anderen Regionen sein könnten", sagte der Condor-Chef. "Zudem gibt es mit Turkish Airways einen Anbieter, der stark am Wachstum in Europa interessiert ist." Im Herbst kann der Finanzinvestor und Condor-Mehrheitseigner Attestor die vom Bund gehaltenen 49 Prozent übernehmen. Der Staat hatte Condor 2019 infolge der Insolvenz des damaligen Mutterkonzerns Thomas Cook gerettet und dann in der Coronapandemie gestützt und war deswegen zum Miteigentümer geworden. Attestor hatte im vergangenen Jahr eine Prüfung strategischer Optionen für Condor eingeleitet. Der Haupteigner bevorzuge einen Partner aus der Luftfahrtbranche, hatte Gerber erklärt. Der deutsche Marktführer Lufthansa kommt aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht als möglicher Käufer in Frage. Condor hatte im vergangenen Geschäftsjahr dank hoher Nachfrage und einer größeren Flotte von fast 70 Flugzeugen operativ einen Rekordgewinn erzielt. Vor Steuern und Zinsen stieg das Betriebsergebnis (Ebit) um ein Viertel auf 151 Millionen Euro. Mit einem Wachstum der Passagierzahl um 13 Prozent auf 9,6 Millionen erzielte die Fluggesellschaft 2,35 Milliarden Euro Umsatz, ein Plus von elf Prozent.