Trump telefoniert mit Putin und Selenskyj und bietet Vermittlung an

Datum05.07.2026 04:46

Quellewww.spiegel.de

TLDRDonald Trump hat wegen des Ukrainekriegs mit Putin und Selenskyj telefoniert und Vermittlung angeboten. Selenskyj zeigte sich positiv und betonte die Wichtigkeit amerikanischer Entschlossenheit für eine Beendigung des Krieges. Beide Staatschefs wollen ihre Gespräche beim bevorstehenden Nato-Gipfel fortsetzen. Russland erklärt, eine diplomatische Lösung anzustreben, wirft der Ukraine aber eine Eskalation vor, während diese russische Darstellungen des Kriegsverlaufs kritisiert.

InhaltErnsthafte Friedensverhandlungen gibt es bislang nicht zwischen Russland und der Ukraine. Donald Trump will nun vermitteln und hat mit den Präsidenten beider Länder gesprochen. Positives Feedback kommt aus Kyjiw. US-Präsident Donald Trump hat nach Gesprächen mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin und ​dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj Hilfe bei der Beendigung des Ukrainekriegs angeboten. In ‌einem fast 90-minütigen Telefonat mit Putin habe Trump seine Bereitschaft bekräftigt, sich für ein schnelles Ende der Kämpfe einzusetzen, teilte der Kremlberater Jurij Uschakow am Sonntag mit. Selenskyj erklärte seinerseits am Samstag, er habe am US-Unabhängigkeitstag am 4. Juli ein "sehr gutes Gespräch" mit Trump geführt und an ‌die "amerikanische Entschlossenheit" appelliert, den Krieg zu ​beenden. "Es gibt ‌eine echte Aussicht, diesen Krieg zu beenden, und die amerikanische Entschlossenheit wird entscheidend sein", sagte er. Beide hätten vereinbart, ihre Gespräche beim bevorstehenden Nato-Gipfel in der Türkei fortzusetzen. Als Geste wurde ‌das 62 Meter hohe Mutterland-Denkmal in Kyjiw nachts in den Farben der US-Flagge angestrahlt. Uschakow zufolge strebt Russland ‌eine politisch-diplomatische Lösung an, die ​die grundlegenden russischen Positionen ‌berücksichtigt. Er warf Kyjiw und seinen Verbündeten vor, ‌auf ​eine Eskalation des Konflikts zu setzen. Putin habe in dem Telefonat "die aktuelle Lage auf dem Schlachtfeld" in der Ukraine skizziert, "wo die russischen Streitkräfte selbstbewusst vorrücken". Trump und Putin hätten in dem Telefonat auch Themen wie Iran und die Golfregion erörtert, fügte Uschakow hinzu. Kremlchef Wladimir Putin hatte am Vorabend beim Besuch einer Kommandozentrale gesagt, die russische Armee habe die Stadt Kostjantyniwka vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. Ukrainische Militärblogs wie DeepState verzeichnen weiterhin nur Teile der Stadt als russisch besetzt. Auch russische Militärblogger reklamieren bislang nicht die gesamte Stadt für ihre Armee. Selenskyj und der ukrainische Generalstab ‌wiesen Putins Darstellung zurück. "Das ist nur die x-te russische Lüge, um wenigstens eine Nachricht in Umlauf zu bringen", sagte der ukrainische Präsident während eines Telefonats mit Bundeskanzler Friedrich Merz. Nach Angaben des US-amerikanischen Instituts für Kriegsstudien (ISW) hat Russland in den vergangenen Wochen Geländegewinne in Kostjantyniwka erzielt. Die russische Präsenz in der Stadt bestehe jedoch vor allem aus kleinen Stoßtrupps zwischen ukrainischen Stellungen. Das ISW wertete Putins Siegesmeldung als Versuch, mediale Aufmerksamkeit vor dem Wochenende mit den Feiern zu 250 Jahren Unabhängigkeit der USA zu gewinnen. Lesen Sie hier: Wie ukrainische Drohnenattacken Russland zusetzen