Datum05.07.2026 03:46
Quellewww.spiegel.de
TLDRDavid Duchovny erhält in München einen Ehrenpreis und plädiert für die Wertschätzung von Misserfolgen. Erfolg sei überbewertet; Schmerz und Verlust würden Menschen vereinen, nicht Siege. Er kritisiert die ständige Fokussierung auf "Gewinnen", wie sie auch von Donald Trump propagiert werde, und fordert stattdessen Solidarität im "Verlieren". Der Schauspieler war im Abschlussfilm des Filmfests zu sehen.
InhaltIn München bekommt US-Schauspieler David Duchovny einen Ehrenpreis verliehen. Erfolge seien aber überbewertet, findet er: "Lasst uns doch mal verlieren." Seine Erklärung ist auch ein Seitenhieb auf Donald Trump. Der Schauspieler David Duchovny, 65, bekommt auf dem Filmfest München einen Ehrenpreis – und hat verraten, warum er Verlieren für wichtig hält. "Es sind der Schmerz und der Verlust, die uns vereinen – nicht Erfolg oder große Höhenflüge", sagte er bei der Verleihung des CineMerit Awards. "Solche Momente erlebt man vielleicht ein- oder zweimal im Leben, wenn man Glück hat." Behalten Sie den Überblick: Jeden Werktag gegen 18 Uhr beantworten SPIEGEL-Autorinnen und -Autoren die wichtigsten Fragen des Tages im Newsletter "Die Lage am Abend" – hintergründig, kompakt, kostenlos. Hier bestellen Sie Ihr News-Briefing als Mail. Dabei spielte der Star aus "Akte X" und "Californication" auf eine typische Wortwahl von US-Präsident Donald Trump an: Win, win, win. "Amerika gilt ja als Gewinnernation", so Duchovny. "Aber was soll das eigentlich mit diesem ganzen Gewinnen? Lasst uns doch mal verlieren. Lasst uns verlieren, uns gegenseitig umarmen und sagen: Wir sind alle Verlierer. Können wir uns jetzt liebhaben?" Zuvor hatte Regisseur John Lee Hancock in einer Laudatio Duchovnys Wirken gewürdigt. David sei ein begabter Schauspieler, Autor, Sänger, Songwriter, Drehbuchautor und Regisseur – "und am siebten Tag ruhte er", scherzte Hancock. "Allein diese Liste laut vorzulesen, gibt mir das Gefühl, ein totaler Faulpelz zu sein." Duchovny war beim Filmfest in München in dem Abschlussfilm "See You When I See You" zu sehen. Darin spielt er einen Vater, der versucht, mit dem Tod seiner Tochter umzugehen. Neben dem Ehrenpreis wurde noch eine Reihe anderer Auszeichnungen vergeben: Insgesamt waren auf dem Filmfest seit dem 26. Juni rund 130 Filme aus 56 Ländern zu sehen. Eine Liste mit sämtlichen Gewinnerinnen und Gewinnern finden Sie hier .