Erdbeben in Venezuela: Regierung in Venezuela meldet fast 3.000 Tote nach Erdbeben

Datum04.07.2026 22:55

Quellewww.zeit.de

TLDRNach schweren Erdbeben in Venezuela steigt die Zahl der Toten auf mindestens 2.595. Über 12.600 Menschen wurden verletzt, und mehr als 16.000 verloren ihr Zuhause. Fast 200 Gebäude wurden zerstört. Der Internationale Währungsfonds (IWF) wird Gelder für den Wiederaufbau freigeben, während die Regierung auch einen Fonds mit 200 Millionen Dollar und internationale Spenden plant. Die katastrophale Lage wird durch die Zerstörung von Infrastruktur und den Tod lokaler Regierungsvertreter verschärft.

InhaltVenezuelas Interimspräsidentin Delcy Rodríguez hat die offizielle Zahl der Toten nach den Beben erneut korrigiert. Der IWF will Gelder für den Wiederaufbau freigeben. Nach den schweren Erdbeben in Venezuela ist die Zahl der Toten zehn Tage nach dem Beben auf mindestens 2.595 gestiegen. Dies teilte die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez am Donnerstagabend (Ortszeit) in Caracas mit. Das sind 300 mehr als am Mittwoch angegeben. Zudem seien mehr als 12.600 Menschen verletzt worden, mehr als 16.000 Menschen verloren den Angaben der Regierung zufolge ihr Zuhause. Rodríguez zufolge wurden bei den Beben und Nachbeben nach bisherigen Erkenntnissen 189 Gebäude komplett zerstört und mindestens 855 weitere stark beschädigt, darunter auch Krankenhäuser, Brücken und Straßen. Für den Wiederaufbau möchte die Regierung einen ersten Fonds von 200 Millionen Dollar (knapp 175 Millionen Euro) einrichten. Die Gelder dafür werde der Internationale Währungsfonds (IWF) freigeben, sagte Rodríguez. Für internationale Geldspenden sei zudem ein Konto bei der Lateinamerikanischen Entwicklungsbank eingerichtet worden. Auch dieses Geld soll vor allem in den Wiederaufbau fließen. In dem von den Beben am meisten betroffenen Bundesstaat La Guaira an der Karibikküste seien fast alle örtlichen Regierungsvertreter ums Leben gekommen. "Die Lage ist dramatisch", sagte die Präsidentin. Zugleich wies sie erneut Kritik zurück, staatliche Stellen hätten bei der Katastrophenhilfe versagt. Tausende Militärs und zivile Helfer hätten sich an den Rettungsarbeiten beteiligt. Vielmehr seien absichtlich Falschinformationen gestreut worden, um zusätzlich Chaos zu verbreiten, etwa mit fingierten Tsunami-Warnungen. Die Urheber dieser Falschmeldungen seien identifiziert worden, sagte Rodríguez, ohne Details zu nennen. Seit dem Doppelbeben der Stärken 7,2 und 7,5 am 24. Juni gab es nach offiziellen Angaben 862 Nachbeben. Deren Häufigkeit und Stärke nehme zwar ab, die Gefahr eines weiteren starken Bebens sei jedoch nicht vollständig gebannt.