Datum04.07.2026 19:36
Quellewww.zeit.de
TLDRNach dem WM-Aus schlägt Ex-Europameister Thomas Strunz dem DFB vor, erfahrene Ex-Profis in Schlüsselpositionen zu bringen. Er nennt Fredi Bobic als möglichen Geschäftsführer und schlägt Oliver Kahn für eine Funktion im Verband vor. Strunz betont, dass ein Trainerwechsel allein nicht ausreicht und kritisiert die Strukturen des DFB als "Bürokratenstadel". Philipp Lahm sieht er als geeigneten DFB-Präsidenten. Lahm selbst schließt eine Rolle nicht aus, sucht aber aktuell keine neue Aufgabe.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Fußball-Nationalmannschaft“. Lesen Sie jetzt „Ex-Europameister bringt Oliver Kahn für DFB ins Spiel“. Der frühere Fußball-Europameister Thomas Strunz rät dem DFB nach dem desaströsen WM-Aus, Ex-Profis in prominente Rollen zu bringen. "Wir brauchen ehemalige Spieler, die erfahren haben und wissen, was Erfolg auf dem Platz bedeutet, die schon in Vereinen gearbeitet haben, Strukturen kennen und aufbauen können", schrieb Strunz im "Kicker". Der 58-Jährige nannte auch konkrete Namen. "Fredi Bobic wäre ein Mann mit Hintergrund, er hat aus der grauen Maus Eintracht Frankfurt einen erfolgreichen Club gemacht", schrieb Strunz. "Bobic ist für mich ein potenzieller DFB-Geschäftsführer. Vielleicht wäre auch Oliver Kahn interessiert." Kahn war Kapitän in Nationalteam und beim FC Bayern. Als Vorstandschef scheiterte er beim deutschen Rekordmeister. Strunz (58) sieht es als wichtig an, dass nicht nur der Bundestrainer ausgetauscht wird. "Ist es allein damit getan, dass er durch Jürgen Klopp oder einen anderen ersetzt wird? Nein. Die Strukturen und Menschen im Verband bleiben die gleichen. Da ändert sich nichts", schrieb er. "Eine Person allein kann den schwerfälligen Tanker DFB nicht in Bewegung setzen", meinte der frühere Bayern-Profi weiter. "Durch den deutschen Fußball und seinen Dachverband muss die große Welle spülen." "Ich bewege mich viel in der Szene und unterhalte mich mit ehemaligen Mitspielern. Alle sagen, was der DFB macht, sei katastrophal, auch der Umgang mit früheren Nationalspielern. Es gebe keine Einbindung, nichts. Es ist ein Bürokratenstadel", führte Strunz aus. Der ehemalige Mittelfeldspieler nannte auch weitere Namen für Aufgaben, etwa den von Philipp Lahm. Lahm habe "als Chef der EM 2024 die Strukturen und Verhältnisse im DFB und in der UEFA kennengelernt. In ihm sehe ich einen künftigen, besser: den sofortigen DFB-Präsidenten, der etwas bewegen könnt", befand Strunz. Angesprochen auf eine mögliche Rolle als DFB-Funktionär erklärte Lahm dieser Tage: "Aktuell bin ich nicht auf der Suche nach irgendeiner Aufgabe. Man sollte nie was ausschließen, ist ja außer Frage, aber aktuell passt mein Leben so, wie es ist." Geld könne bei der Übernahme einer solchen Aufgabe "selbstverständlich nicht der motivierende Faktor sein", sagte Strunz. "Dennoch ließen sich mit Sicherheit Leute finden, die in ihrer Karriere genug verdient haben und bereit wären." Die Zeit für Alibis sei vorbei. © dpa-infocom, dpa:260704-930-334650/1