Datum04.07.2026 19:36
Quellewww.spiegel.de
TLDRNach tödlichen Schüssen in Stade, bei denen sechs Menschen starben, fanden Gedenkveranstaltungen statt. Ein Trauerzug und ein Benefizkonzert erinnerten an die Opfer, darunter Bewohner einer Jugendhilfeeinrichtung und Jugendamtmitarbeiter. Niedersachsens Ministerpräsident betonte die gemeinsame Trauer und die Notwendigkeit, die Sicherheit von Mitarbeitern sozialer Einrichtungen zu gewährleisten. Städte prüfen daraufhin Zugangsbeschränkungen zu Verwaltungsgebäuden.
InhaltNach den tödlichen Schüssen in Stade sind Trauer und Schock nach wie vor groß. Viele Menschen haben sich am Samstag Gedenkveranstaltungen angeschlossen. Soziale Einrichtungen diskutieren derweil über Sicherheit. Menschen in Stade und Garbsen haben sich am Samstag erneut versammelt, um der Opfer der Gewalttat vom Montag zu gedenken. Am Nachmittag zog ein stiller Trauermarsch durch Stade. Im Anschluss gab es ein Konzert, dessen Erlöse an die Jugendhilfeeinrichtung und die Hinterbliebenen gespendet werden sollen, wie die Organisatoren, darunter der Verein Abend fürs Leben, mitteilten. Insgesamt sechs Menschen waren am Montag in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade mit Schüssen getötet worden, mutmaßlich von einem 45-Jährigen im Kontext eines Sorgerechtsstreits um seine kleine Tochter. Neben drei Menschen aus der Einrichtung starben auch drei Mitarbeiter des Jugendamtes der Region Hannover. Dort luden die Stadt Garbsen und die Region bereits am Vormittag zu einer interreligiösen Gedenkfeier in der Aula eines Schulzentrums ein. Die Andacht solle Menschen ermöglichen, zu trauern, eine Kerze anzuzünden und sich in ein Kondolenzbuch einzutragen, hieß es. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies erinnerte in einer Rede an die drei Mitarbeiter des Jugendamtes. "Es ist unerträglich, und es schmerzt uns alle", sagte Lies laut Redemanuskript. "Wir sind im ganzen Land vereint", sagte der SPD-Politiker. "In unserer Trauer, in unserer Fassungslosigkeit – und auch in der Wut darüber, dass ein solches Verbrechen geschehen kann." Lies sagte, man denke heute auch an Kollegen der Getöteten – etwa in Einrichtungen der Jugendhilfe, in Jugendämtern und in sozialen Diensten. "Viele von ihnen gehen in diesen Tagen mit einem anderen Gefühl zur Arbeit. Mit großer Verunsicherung? Mit Angst? Viele fragen sich, ob sie sicher sind. Dieser Sorgen müssen wir uns annehmen", sagte der Ministerpräsident. "Es ist jetzt unser aller Aufgabe, dafür zu sorgen, dass diejenigen, die für andere Menschen da sind, mit dieser Verunsicherung nicht allein gelassen werden." Die Stadt Burgdorf in der Region Hannover kündigte unterdessen an, den Zugang zu einem Gebäude der Stadtverwaltung einzuschränken, in dem unter anderem die Abteilungen Jugendhilfe, Schulen sowie Familien und Kinder untergebracht sind. "Die Ereignisse in Stade haben uns alle tief betroffen gemacht", sagte Bürgermeister Armin Pollehn (CDU) in einer Mitteilung. "Zugleich nehmen wir sehr ernst, dass das Sicherheitsbedürfnis unserer Mitarbeitenden gestiegen ist." Mit einer angepassten Zugangsregelung schaffe die Stadt kurzfristig mehr Kontrolle, ohne den Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern einzuschränken, hieß es.