Datum04.07.2026 18:32
Quellewww.spiegel.de
TLDRDas RND hat eine Richtigstellung zu einem Podcast veröffentlicht, der eine angebliche Drohung von Springer-Chef Döpfner an CDU-Chef Merz im Hinblick auf eine AfD-Zusammenarbeit thematisierte. Sowohl das Kanzleramt als auch Springer dementierten die Darstellung. Das RND räumt nun ein, die Vorwürfe ohne ausreichende Belege verbreitet zu haben und bedauert die Fehler und Mutmaßungen.
InhaltIn einem Podcast hieß es, Springer-Chef Döpfner habe dem Bundeskanzler gedroht, sollte Merz auf der Brandmauer zur AfD bestehen. Verlag wie Kanzleramt dementierten. Nun räumt das RND ein, man hätte das so nicht verbreiten dürfen. In dem Streit über eine angebliche Drohung des Axel-Springer-Chefs Mathias Döpfner gegenüber dem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sah sich nun das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) zu einer Richtigstellung gezwungen. Das RND hatte in der ersten Folge seines Politik-Podcasts "Wenn Sie wüssten …" den Verdacht geäußert, Döpfner habe in zwei Vieraugengesprächen versucht, Merz zu einer Zusammenarbeit mit der AfD zu drängen. Nachdem der CDU-Chef dies zurückgewiesen habe, solle Döpfner gesagt haben, Merz werde das bereuen. Nach Veröffentlichung der Podcastfolge, in der der Dokumentarfilmer Stephan Lamby, RND-Chefredakteurin Eva Quadbeck und Kristina Dunz aus dem RND-Hauptstadtbüro miteinander sprechen, widersprach der Axel-Springer-Verlag scharf. Die Unterstellung, Döpfner habe den Kanzler zu einer Zusammenarbeit mit der AfD gedrängt, sei eine "glatte Lüge". Der kolportierte Gesprächsverlauf kursiere schon seit November 2025 in Berliner Journalistenkreisen. In einer weiteren X-Botschaft machte Springer die entsprechende SMS öffentlich. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. In einer ersten Klarstellung am Donnerstag räumte RND-Chefredakteurin Quadbeck ein, man habe im Podcast ein Gespräch zeitlich falsch zugeordnet. Auch Vizeregierungssprecher Sebastian Hille hatte auf die Frage, ob es das Treffen von Merz und Döpfner im Kanzleramt gegeben und ob Döpfner wirklich Merz gedroht habe, zunächst in der Bundespressekonferenz nur zwei Worte übrig: "absurde Gerüchte". Inzwischen hat laut RND allerdings Regierungssprecher Stefan Kornelius bestätigt, dass es "in diesem Frühjahr" ein Gespräch zwischen dem Kanzler und Döpfner gegeben habe. Die Wiedergabe des Gesprächs im Podcast sei allerdings laut Kornelius "nicht korrekt". In einer überarbeiteten Version ihrer Klarstellung – nun "Richtigstellung" betitelt – räumt Eva Quadbeck am Samstag ein, man habe keine weiteren Quellen und Belege für die im Podcast verbreiteten Aussagen von Merz und Döpfner gefunden. Die bisherigen Quellen bleiben zwar bei ihrer Darstellung zum Dissens um die Brandmauer zur AfD. Ohne weitere Bestätigung aber hätte man "den Verdacht, Merz und Döpfner hätten sich wörtlich so geäußert, wie in unserem Podcast gesendet, nicht verbreiten dürfen", so die RND-Chefredakteurin. Das Döpfner zugeschriebene Zitat sei zudem Grundlage dafür gewesen, dass im Podcast gemutmaßt wurde, es könne eine Bedrohung von Döpfner gegen Merz gegeben haben. "Auch die Mutmaßungen hätten wir nicht anstellen dürfen", so Quadbeck: "Diesen Fehler bedauern wir."