Fußball-WM heute: God bless das Achtelfinale

Datum04.07.2026 17:10

Quellewww.zeit.de

TLDRIm WM-Achtelfinale stehen Paraguays Spiel gegen Frankreich und Kanadas Partie gegen Marokko im Fokus. Frankreich und Spanien gelten laut ZEIT-Experten als stärkste Teams, Marokko wird auf Platz sechs eingestuft. Paraguay und Kanada zählen zu den Schwächsten. Der marokkanische Spieler Ismael Saibari, dessen Wechsel zum FC Bayern für 55 Millionen Euro fix ist, sowie der Franzose Manu Koné, der bei Gladbach und Rom spielte, sind wichtige Akteure mit Potenzial für Überraschungen.

InhaltDie USA feiern 250. Geburtstag, Paraguay spielt gegen Frankreich. Und gegen Marokko könnte Kanada als erster Gastgeber ausscheiden. Das bringt der WM-Abend. Was ist das Spiel des Tages? Paraguay gegen Frankreich (23 Uhr, MagentaTV). Hier kann Fußballdeutschland bestaunen, wie man es gegen Paraguay besser machen kann. Erwarten Sie aggressives französisches Gegenpressing im Mittelfeld, schnelle Außenspieler, hinterlaufende Außenverteidiger, Hereingaben von der Grundlinie in den Rückraum, scharfe Torabschlüsse. Sollte allerdings auch Frankreich an Paraguay scheitern (wogegen ich ein Monatsgehalt wetten würde), dann kann sich der DFB das Ausscheiden vielleicht doch noch schönreden. Schönreden, wie etwa die überzogenen Turniererwartungen von Nagelsmann und Völler, gehörte zuletzt immerhin zur Kernkompetenz der DFB-Spitze, darin ist man noch Weltklasse. Apropos Weltklasse: Das WM-Team der ZEIT hat vor dem Achtelfinale alle verbliebenen Mannschaften bewertet. Die stärksten Teams sind Frankreich und Spanien. Marokko, die heute gegen Kanada spielen und 2022 im WM-Halbfinale standen, ordnen wir auf Platz sechs ein. Paraguay und Kanada zählen zu den schwächsten Teams. Die Expertise unseres Sportressorts zu untergraben, dürfte Ansporn für die beiden Teams sein, heute Abend für eine Überraschung zu sorgen. Falls es noch handfestere Motivation braucht, erwähnen wir an dieser Stelle die Fifa-Prämie für einen Einzug ins Viertelfinale: 16,2 Millionen Euro. Wer wird heute wichtig? Ismael Saibari. Der marokkanische Offensivspieler schoss die "Atlaslöwen" im letzten Spiel mit seinem entscheidenden Elfmeter in das Achtelfinale und die Niederlande aus dem Turnier. Und hat sich nebenbei um seine Zukunft gekümmert. Ihn werden Sie ab dem Sommer beim FC Bayern München sehen, der 55 Millionen Euro an Saibaris aktuellen Verein, die PSV Eindhoven, überweist. Saibari war zuletzt beim Skandalfinale um den Afrika-Cup Anfang des Jahres als Handtuchdieb aufgefallen. Im Starkregen von Rabat, der marokkanischen Hauptstadt, spielte Marokko gegen den Senegal um den Titel. Der senegalesische Torhüter trocknete sich seine nassen Handschuhe immer wieder mit einem Handtuch ab. Doch die Marokkaner zeigten sich wenig sportlich. Ihr Kapitän Achraf Hakimi (der in Frankreich wegen Vergewaltigung angeklagt ist, was er bestreitet), warf das Handtuch bei einem Eckball weg. Daraufhin sah sich der senegalesische Ersatztorhüter gezwungen, das Handtuch zu beschützen und seinen Torwartkollegen anzureichen. Saibari stellte sich als Auswechselspieler dazwischen und versuchte, die Handtuchübergabe zu verhindern. Senegal gewann, der Titel wurde ihnen aber am Verhandlungstisch wieder aberkannt. Die Spieler hatten im Protest gegen eine umstrittene Elfmeterentscheidung für Minuten den Platz verlassen. Fußball, ey! Immerhin entschuldigte sich Saibari beim senegalesischen Torwart nach dem Spiel. Ob eine Fairplay-Schulung Teil des Onboardings beim FC Bayern München ist? Kennen Sie den schon? Manu Koné. Wenn im französischen Team ein wichtiger Stammspieler verletzt aussetzen muss, dann kommt Trainer Didier Deschamps ins Schwitzen. Nicht, weil es dann dünn wird. Sondern weil er sich entscheiden muss, welcher weitere Ausnahmekünstler in die Startelf soll. Nachdem sich Mittelfeldmann Aurélien Tchouaméni verletzte, wird nun also wohl Manu Koné in der Startelf stehen. Koné, ausgebildet an der INF Clairefontaine und bei Toulouse, wechselte als Teenager zur Borussia nach Mönchengladbach. Von dort ging es weiter zur AS Roma. Frankreichs Trainer Didier Deschamps hält ihn für unterschätzt und ließ ihn bereits gegen den Irak starten. Der defensive Mittelfeldspieler steht auf dem Einkaufszettel vieler europäischer Topklubs. Günstiger wird er nach seinem heutigen Einsatz vermutlich nicht werden.