Datum04.07.2026 13:43
Quellewww.zeit.de
TLDRBeim AfD-Bundesparteitag in Erfurt betonte Parteichef Tino Chrupalla die Gleichwertigkeit von Ost- und Westdeutschen. Damit widersprach er indirekt Äußerungen des Thüringers Björn Höcke, der im Juni die "Identität" von Westdeutschen als "ersetzt" und von amerikanischer Kultur "usurpiert" bezeichnet hatte. Chrupalla sieht dagegen keine Unterschiede in der Deutschen-Identität, unabhängig von der Herkunft.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „AfD-Bundesparteitag“. Lesen Sie jetzt „Chrupalla: Menschen in Ost und West gleichermaßen Deutsche“. Beim Bundesparteitag der AfD hat sich der Parteichef Tino Chrupalla bemüht, Gräben zuschütten. Gleichzeitig widersprach er indirekt dem Thüringer AfD-Landesvorsitzeden Björn Höcke. "Der Westdeutsche ist genauso Deutscher wie der Ostdeutsche", betonte Chrupalla, der aus Sachsen stammt, vor den Delegierten in Erfurt. Im Juni hatte ein Höcke-Interview der Schweizer "Weltwoche" für Kritik gesorgt. Darin hatte der AfD-Politiker als wichtige Ursache für gesellschaftliche Polarisierung und Ost-West-Unterschiede gesagt: "Im Osten sind die Menschen noch Deutsche, im Westen haben sie über Jahrzehnte eine Ersatzidentität gefunden und haben sich von der amerikanischen Kultur völlig usurpieren lassen". Usurpieren bedeutet, etwas zu verdrängen und seinen Platz einzunehmen. Höcke, selbst in Nordrhein-Westfalen geboren und in Rheinland-Pfalz aufgewachsen, zitierte außerdem einen Satz, den er "irgendwo gelesen" habe, der gut reinpasse: "In der westlichen Republik gibt es deutsch sprechende Amerikaner oder wohnen deutsch sprechende Amerikaner und im Osten der Republik wohnen deutsch sprechende Deutsche." Der Amerikanismus sei eine Antithese zum Deutschtum, sagte er auch. © dpa-infocom, dpa:260704-930-333440/1