Krise im Sahel: Dschihadisten und Rebellen starten neue Angriffswelle in Mali

Datum04.07.2026 12:17

Quellewww.spiegel.de

TLDRMilitante Gruppen, darunter Dschihadisten und Tuareg-Rebellen, haben in Mali eine neue Angriffswelle gestartet. Mindestens fünf Orte, darunter die strategisch wichtige Stadt Anéfis sowie ein Gefängnis nahe Bamako, wurden angegriffen. Die Militärjunta hat sich bisher nicht geäußert. Diese Angriffe erfolgen in einem Kontext zunehmenden Drucks auf die Junta nach Militärputschen, dem Abzug westlicher Truppen und verstärkter russischer Unterstützung, während Mali gleichzeitig versucht, die Beziehungen zu den USA zu verbessern.

InhaltMindestens fünf Orte in Mali sollen von militanten Gruppen angegriffen worden sein, darunter auch ein Gefängnis nahe der Hauptstadt Bamako. Die Militärjunta schweigt. In Mali haben Aufständische mehrere Orte angegriffen. Ziel sei unter anderem eine Stadt im Norden des Landes ‌gewesen, in der Regierungstruppen und paramilitärische Einheiten aus Russland stationiert seien, heißt es von der Militärjunta. Auch ein Ort südlich der Hauptstadt Bamako sei betroffen. Berichten zufolge sind Dschihadisten und separatistische Tuareg-Rebellen für die Angriffe verantwortlich. Die Nachrichtenagenturen Reuters und AFP berichten unter Berufung auf die Tuareg-Rebellengruppe, die selbst ernannte Befreiungsfront des Azawad (FLA), dass am frühen Samstagmorgen die Stadt Anéfis angegriffen worden sei. Die Kämpfe dauerten an. Laut der AFP gibt es auch Berichte über Angriffe auf Gao, Aguelhok und Sévaré sowie auf das Gefängnis von Keniéroba unweit der Hauptstadt Bamako. In dem Gefängnis sollen Mitglieder der malischen Opposition einsitzen. Die Militärjunta äußerte sich laut Reuters bisher nicht dazu. Im April hatten Rebellen ​Bamako ins Visier ‌genommen, den Verteidigungsminister getötet und mehrere Armeestützpunkte im Norden eingenommen. Die FLA zeichnete sich dafür gemeinsam mit dem Al-Qaida-Ableger JNIM verantwortlich und übernahm ​die Kontrolle ​über die strategisch wichtige ​Stadt Kidal.‌ Einheiten der Militärjunta und aus Russland zogen sich nach Anéfis zurück. Mali wird seit Jahren von Gewalt dschihadistischer Gruppen, separatistischer Rebellen und bewaffneter Milizen erschüttert. Nach zwei Militärputschen in den Jahren 2020 und 2021 steht die Militärjunta zunehmend unter Druck. Nach dem Abzug westlicher Truppen im Jahr 2023 setzte die Militärregierung verstärkt auf russische Unterstützung. Auf der Suche nach Unterstützern suchte die Militärjunta zuletzt die Nähe Washingtons. Die USA ließen Sanktionen gegen führende Angehörige der Militärjunta fallen und führten Verhandlungen, um Aufklärungsflüge gegen dschihadistische Gruppierungen wieder aufzunehmen. Die Trump-Regierung ist unter anderem an den Potenzialen interessiert, die der malische Bergbau bietet. Mali sollte die Blaupause sein für die Abkehr der Sahelstaaten vom Westen. Wie Kremlchef Wladimir Putin mit seinem Projekt gegen Dschihadisten scheitern könnte, lesen Sie hier .