Migration in Mittelmeer: Papst Leo gedenkt ertrunkenen Flüchtlingen in Lampedusa

Datum04.07.2026 11:13

Quellewww.zeit.de

TLDRPapst Leo XIV. hat auf Lampedusa den Opfern von Bootsflüchtlingen über das Mittelmeer gedacht und Blumen auf deren Gräber gelegt. Die Insel, die durch ein Bootsunglück 2013 europaweit bekannt wurde, gedenkt jährlich Tausender Opfter. Der Papst knüpft mit seinem Besuch an die Flüchtlingspolitik seines Vorgängers Franziskus an, dessen Namen nun auch ein Anlegesteg der Insel trägt. Nach der Gedenkfeier und einem Treffen mit Überlebenden feierte Leo eine Messe, bevor er nach Rom zurückflog.

InhaltAuf Lampedusa trifft Papst Leo XIV. Bootsflüchtlinge und gedenkt der Opfer der Flucht. Die Mittelmeerinsel hat ein Migranten-Pier nach seinem Vorgänger benannt. Papst Leo XIV. hat auf Lampedusa den Opfern der Flucht über das Mittelmeer gedacht. Er legte Blumen auf ihre Gräber, verharrte im stillen Gebet und traf anschließend Überlebende. Auf der südlichsten Insel Europas werden regelmäßig ertrunkene Flüchtlinge beigesetzt, viele von ihnen anonym. Lampedusa wurde durch ein Bootsunglück im Jahr 2013 europaweit bekannt. Damals ertranken 368 Menschen vor der italienischen Insel. Seitdem kamen auf der Mittelmeerroute weitere Tausende Menschen ums Leben. Nach Angaben des Projekts "Missing Migrants" der Internationalen Organisation für Migration starben oder verschwanden seit 2014 insgesamt 35.070 Menschen im Mittelmeer. Der Friedhof von Lampedusa wird kontinuierlich erweitert. Mit seinem Besuch knüpft Papst Leo an die Flüchtlingspolitik seines Vorgängers Franziskus an. Dieser hatte die 20 Quadratkilometer große Insel bereits vor dem tragischen Unglück besucht, um auf das häufig tödliche Schicksal der Migranten aufmerksam zu machen. Am Landungssteg Molo Favaloro sprach er damals auch mit einer Gruppe von Bootsflüchtlingen. Molo Favaloro ist ein zentraler Ankunftsort für Mittelmeer-Flüchtlinge. An dem rund 150 Meter langen Landungssteg gehen seit Jahren Menschen an Land, die die gefährliche Überfahrt über das Meer überlebt haben. Dieser wird künftig Molo Papa Francesco heißen, um an das Engagement des verstorbenen Papstes für Flüchtlinge zu erinnern. Leo segnete die Gedenktafel mit der Aufschrift: "Molo Papa Francesco – ein Ort der Ankunft, der Hoffnung und der Menschlichkeit". Anschließend grüßte Past Leo Überlebende, die Medienberichten zufolge für den Besuch des Papstes aus dem Aufnahmelager der Insel zum Pier gebracht wurden. Im Aufnahmelager der Insel, dem sogenannten Hotspot, werden Flüchtlinge, die an dem Pier erstmals europäischen Boden betreten, unmittelbar nach ihrer Ankunft hingebracht. Am Vormittag feiert Papst Leo eine Messe, bevor er mittags zurück nach Rom fliegt.