Datum04.07.2026 09:25
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie Ukraine hat russische Ölanlagen in den Häfen von Wyssozk und Sankt Petersburg angegriffen, offenbar um die russische Ölinfrastruktur zu schwächen. Russland meldet die Abwehr zahlreicher Drohnen, während die Echtheit unabhängiger Bestätigungen der Angriffe auf die Ölhäfen fraglich ist. Derweil setzt Russland seine Angriffe fort und meldet die Einnahme der ukrainischen Stadt Kostjantyniwka, was von Kyjiw dementiert wird.
InhaltIm Ukrainekrieg geht Kyjiw weiter gegen die russische Ölinfrastruktur vor. Ziel waren offenbar zwei wichtige Häfen an der Ostsee. Russland hingegen meldet selbst nur Erfolge. Angriff bei Sankt Petersburg: Die Ukraine hat erneut russische Ölanlagen angegriffen. Im Hafen von Wyssozk am finnischen Meerbusen seien Teile von Drohnen abgestützt, sagte der zuständige Gouverneur Alexander Drosdenko laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass. Insgesamt seien 67 Drohnen abgeschossen worden. In Wyssozk gibt es ein großes Terminal zur Ölverladung. Auch der Ölhafen von Sankt Petersburg wurde offenbar getroffen. Das zeigen Videos in russischen und ukrainischen Telegramkanälen. Unabhängige Bestätigungen gibt es nicht, auch von den Behörden der Millionenstadt gab es dazu keine Angaben. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte nur Angriffe auf das Umland von Sankt Petersburg, aber nicht auf das Stadtgebiet. Landesweit seien über Nacht 389 ukrainische Kampfdrohnen abgefangen worden, heißt es. Zuletzt hatte die Ukraine Anfang Juni den Ölhafen von Sankt Petersburg getroffen, als dort das Wirtschaftsforum von Kremlchef Wladimir Putin beginnen sollte. Die Stadt liegt rund 1000 Kilometer von der Ukraine entfernt. Kyjiw hat seine Angriffe auf russische Infrastruktur in diesem Jahr verstärkt, in Teilen Russlands gibt es deswegen Kraftstoffengpässe . Auch auf ukrainischen Gebieten geht der Krieg weiter. Russland griff am Freitagabend die nordostukrainische Großstadt Sumy an. Mindestens vier Menschen sind dabei nach offiziellen Angaben ums Leben gekommen, außerdem gibt es demnach 27 Verletzte. In den Trümmern eines Wohnhauses würden noch Verschüttete vermutet. Nach Angaben der Gebietsverwaltung von Sumy hatte die russische Luftwaffe das Stadtzentrum mit sechs Gleitbomben angegriffen. Kampfjets klinken diese Bomben noch im sicheren eigenen Luftraum aus, sie werden dann über Dutzende Kilometer ins Ziel gelenkt. Die Frontlage bleibt derweil undurchsichtig. Laut Moskau hat das russische Militär die strategisch wichtige Stadt Kostjantyniwka im Osten der Ukraine eingenommen. Kremlchef Wladimir Putin lobte die Einnahme der Stadt als wichtigen strategischen Erfolg. Die Ukraine weist die Behauptung jedoch zurück, es handele sich um einen Fake, heißt es aus Kyjiw. Wie die ukrainische Hauptstadt den Preis für militärische Erfolge zahlt, lesen Sie hier .