Altersvorsorge: Renten in Sachsen-Anhalt zählen zu den niedrigsten

Datum04.07.2026 09:00

Quellewww.zeit.de

TLDRRenten in Sachsen-Anhalt gehören zu den niedrigsten bundesweit, selbst bei 45 Versicherungsjahren. Die Linke fordert daher ein höheres Rentenniveau und den Erhalt der abschlagsfreien Rente nach 45 Jahren. Die Regierung weist auf Faktoren wie Ausbildungs- oder Arbeitslosenzeiten hin, die die Rentenhöhe beeinflussen. Für viele im Osten ist die Rente die einzige Einkommensquelle, was die Forderungen nach einer Mindestrente und breiterer Rentenversicherungspflicht verstärkt.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Altersvorsorge“. Lesen Sie jetzt „Renten in Sachsen-Anhalt zählen zu den niedrigsten“. Trotz mindestens 45 Versicherungsjahren erhalten Rentnerinnen und Rentner in Sachsen-Anhalt bundesweit die zweitniedrigsten gesetzlichen Altersrenten. Vor dem Hintergrund der aktuellen Rentendebatte fordert die Linke deshalb ein höheres Rentenniveau und den Erhalt der abschlagsfreien Rente nach 45 Versicherungsjahren. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Linken-Bundestagsabgeordneten Dietmar Bartsch hervor. Demnach liegt der durchschnittliche Rentenzahlbetrag in Sachsen-Anhalt bei 1.545 Euro im Monat. Nur in Thüringen fällt er mit 1.530 Euro noch niedriger aus. Besonders groß ist der Unterschied bei Männern: Sie erhalten in Sachsen-Anhalt nach mindestens 45 Versicherungsjahren durchschnittlich 1.604 Euro im Monat, im westdeutschen Durchschnitt sind es 1.900 Euro. Bei Frauen beträgt die durchschnittliche Rente in Sachsen-Anhalt 1.469 Euro, im Westen 1.496 Euro. Viele Rentner mit langer Erwerbsbiografie beziehen zudem vergleichsweise niedrige Renten. In Sachsen-Anhalt liegen 139.051 Altersrenten mit mindestens 45 Versicherungsjahren unter einem monatlichen Zahlbetrag von 1.450 Euro. 159.054 Renten liegen darüber. Damit erreicht nur eine knappe Mehrheit diese Schwelle. Die Bundesregierung weist allerdings darauf hin, dass auch bei 45 Versicherungsjahren vergleichsweise niedrige Renten entstehen können. Denn dazu zählen nicht nur Beitragszeiten, sondern auch beitragsfreie Zeiten etwa für Schul- oder Hochschulausbildung, Arbeitslosigkeit oder Erwerbsminderung. Zudem spielten Teilzeitbeschäftigung sowie weitere Einkünfte im Alter eine Rolle. Eine niedrige gesetzliche Rente allein lasse daher keine Rückschlüsse auf den Lebensstandard im Alter zu. Die Fraktionsvorsitzende der Linken im Landtag, Eva von Angern, erklärte: "Im Osten ist die gesetzliche Rente für viele die einzige Einkommensquelle. Für immer mehr Menschen reicht die Rente nicht zum Leben." Die Linke fordert deshalb unter anderem eine Mindestrente von 1.400 Euro, ein Rentenniveau von 53 Prozent sowie den Erhalt der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren. Zudem sollten auch Beamte, Abgeordnete und Selbstständige in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Für einzelne Reformvorschläge, etwa die Einbeziehung weiterer Berufsgruppen in die gesetzliche Rentenversicherung, gibt es auch bei SPD und Grünen Unterstützung. © dpa-infocom, dpa:260704-930-332336/1