Europaweites Problem: Flughäfen beklagen lange Wartezeiten an der Grenzkontrolle

Datum04.07.2026 05:00

Quellewww.zeit.de

TLDRDer deutsche Flughafenverband ADV beklagt europaweit unzumutbar lange Wartezeiten an Grenzkontrollen. Seit Einführung des neuen EU Entry/Exit-Systems (EES) im Oktober 2025 dauern die Abfertigungen für Reisende aus Drittstaaten bis zu zwei Stunden. Hauptursachen sind die zeitaufwendige biometrische Datenerfassung und fehlende digitale Vorab-Erfassung. Flughäfen fordern vom Innenministerium und der Bundespolizei die konsequente Nutzung von Flexibilitätsmöglichkeiten und die Priorisierung digitaler Vorab-Lösungen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Europaweites Problem“. Lesen Sie jetzt „Flughäfen beklagen lange Wartezeiten an der Grenzkontrolle“. Der deutsche Flughafenverband ADV hat überlange Wartezeiten an den Grenzkontrollen beklagt. Die Abfertigungszeiten für Reisende aus Drittstaaten seien mit Einführung des neuen europäischen Entry/Exit-System (EES) deutlich angestiegen, sagte die ADV-Präsidentin und Berliner Flughafenchefin Aletta von Massenbach der Deutschen Presse-Agentur. Es komme vielfach zu "unzumutbar langen Wartezeiten", die an einzelnen Standorten bereits bis zu zwei Stunden betragen hätten.  Mit dem EES werden seit Oktober 2025 die Grenzkontrollen in Europa schrittweise modernisiert. Bürger aus dem Nicht-Schengen-Raum müssen vor jedem Grenzübertritt biometrische Merkmale (Fingerabdruck, Foto) und Passdaten abgeben, was im Vorlauf über Selbstbedienungs-Kioske laufen soll und länger dauert als das bisherige Verfahren. Das System soll der Terror- und Kriminalitätsabwehr dienen.  Schon in den ersten Monaten wurden laut EU-Kommission Tausende Einreisen verweigert und Hunderte Verdächtige identifiziert. Deutsche und weitere Reisende aus dem Schengenraum sind nicht betroffen.  "Die größten Engpässe entstehen durch die zeitaufwendige biometrische Erfassung beim erstmaligen Grenzübertritt sowie durch das Fehlen einer digitalen Voraberfassung der Passagierdaten", sagte die ADV-Präsidentin. Die Flughäfen erwarteten von Bundesinnenministerium und der Bundespolizei, dass die bestehenden Flexibilitätsmöglichkeiten konsequent genutzt würden. Nach EU-Vorgaben darf die biometrische Erfassung zeitweise ausgesetzt werden, wenn sich unzumutbar lange Warteschlangen bilden.  Digitale Lösungen wie die Vorbereitungs-App müssten mit höchster Priorität vorangetrieben werden. Laut EU steht die Smartphone-Anwendung, mit der sich Reisende auf die Kontrolle vorbereiten können, bereits zur Verfügung. Sie sei bislang aber nur von Schweden und Portugal übernommen worden. © dpa-infocom, dpa:260704-930-331903/1