Datum04.07.2026 04:00
Quellewww.zeit.de
TLDRDas rheinland-pfälzische Naturschutzprogramm "Aktion Grün" förderte über 100 Projekte, darunter Biotop- und Artenschutz sowie Umweltbildung, mit rund 16 Millionen Euro. Die Grünen-Fraktion kritisiert die im Koalitionsvertrag angekündigte Evaluierung und fürchtet Einschnitte. Sie lobt die Erfolge des Programms, wie beim Feldhamster-Schutz, und äußert Bedenken, dass die Zuständigkeit für Naturthemen nun dem Landwirtschaftsressort unterliegt.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Naturschutz“. Lesen Sie jetzt „Warnung vor Einschnitten bei Naturschutz-Programm“. Über das Naturschutz-Programm "Aktion Grün" des Landes Rheinland-Pfalz sind in den vergangenen fünf Jahren mehr als 100 Projekte gefördert worden. Das geht aus einer Antwort des bis zum Regierungswechsel noch grün geführten Umweltministeriums in Mainz auf eine parlamentarische Anfrage hervor. Darunter waren den Angaben zufolge 20 Projekte von Kommunen, 43 von Vereinen und Verbänden und 42 von sonstigen Trägern wie etwa Kirchen, Stiftungen, Bürgerinitiativen oder Universitäten. Ausgegeben wurden von Landesseite dafür von 2021 bis Ende April dieses Jahres nach vorläufigen Ministeriumsangaben rund 16 Millionen Euro. Von den 105 geförderten Projekten widmeten sich 32 dem Schutz von Biotopen, 46 dem Artenschutz sowie 27 der Umweltbildung. Ein Beispiel für ein Artenschutzprojekt ist das Kiebitz-Schutzprojekt der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz (GNOR), dem kürzlich die neue Landwirtschafts- und Umweltministerin Christine Schneider (CDU) einen Besuch abstattete. Die umweltpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Landtag, Lea Heidbreder, nannte die "Aktion Grün" ein erfolgreiches Programm, das dringend weiter ausgebaut werden müsse. Besorgt zeigte sie sich darüber, dass im Koalitionsvertrag von Schwarz-Rot eine Evaluierung des Programms angekündigt wird. Dies führe zu großer Sorge vor Einschnitten. Wie erfolgreich die Aktion sei, zeige sich exemplarisch auch an dem geförderten Feldhamster-Schutzprojekt in Mainz. "Ohne die Übernahme durch die "Aktion Grün" wäre die letzte Population in Rheinland-Pfalz wahrscheinlich nicht mehr vorhanden", sagte Heidbreder. "Es lässt allgemein wenig Gutes für Natur und Umwelt unter Schwarz-Rot erwarten, dass der Themenbereich dem Landwirtschaftsressort unterstellt ist." © dpa-infocom, dpa:260704-930-331744/1