Datum03.07.2026 23:49
Quellewww.spiegel.de
TLDRPapst Leo XIV. würdigt in einer Videobotschaft zum 250. Geburtstag der USA die Rolle der Einwanderer. Er betont die Bedeutung von Einheit, Gerechtigkeit und Frieden sowie die Ideale der Unabhängigkeitserklärung. Der Pontifex, der in der Vergangenheit mit Donald Trump aneinandergeriet, ruft dazu auf, sich auf diese Werte zu besinnen. Gleichzeitig kündigt er einen Besuch auf Lampedusa an, um an das Schicksal von Migranten zu erinnern.
InhaltDer Papst schickt einen Videogruß zum runden Geburtstag seines Heimatlandes. Präsident Trump erwähnt er nicht. Aber die Menschen, die Amerika groß gemacht haben. Papst Leo XIV. hat seinem Heimatland zum 250. Geburtstag eine Botschaft mit auf den Weg gegeben. Als US-Amerikaner und "Sohn dieses großartigen Landes" bete er, dass die Ideale, die in der Unabhängigkeitserklärung ausgedrückt wurden, die USA weiter "in Einheit, Gerechtigkeit und Frieden" leiten würden. Er meldete sich per Videobotschaft , die bei der Verleihung der "Friedensmedaille" des National Constitution Centers in Philadelphia an ihn vorgespielt wurde. Der Pontifex, der in der Vergangenheit mehrfach mit US-Präsident Donald Trump aneinander geraten war, betonte besonders das Bild der Einheit: "Einheit gab diesem Traum Stärke, der die Vereinigten Staaten von Amerika unter Gott entstehen ließ", sagte Leo. Er bete, dass der Geburtstag der Anlass sein könne, sich wieder auf die Ideale zu besinnen, die Amerika zu einem Land gemacht hätten, das Frieden und Wohlstand schätze und von Großzügigkeit und Herzensgüte geprägt sei. In seiner Botschaft betonte der Papst, dass die USA zum Symbol für Freiheit wurden, weil das Land immer wieder Einwanderern und deren Kindern ermöglicht hätte, die Zukunft des Landes mitzugestalten. Leo kündigte zudem an, an diesem Samstag die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa zu besuchen. Er will dort an das Schicksal von Migrantinnen und Migranten erinnern, die auf oftmals seeuntauglichen Booten die gefährliche Überfahrt über das Meer wagen. Donald Trump hatte in der Vergangenheit den Pontifex immer wieder provoziert. Im Mai 2025 postete er etwa ein KI-generiertes Foto von sich als Papst auf dem offiziellen X-Account des Weißen Hauses. Nach dem Angriff der USA und Israels auf Iran im April dieses Jahres kritisierte der Papst mal direkt, mal implizit, den Krieg und Trumps Verhalten. In seiner Osteransprache rief Leo zum Frieden auf. Er sagte: "Wer Waffen in der Hand hält, lege sie nieder! Wer die Macht hat, Kriege zu beginnen, entscheide sich für den Frieden!" Als Trump Iran mit der Auslöschung einer "ganzen Zivilisation" drohte, nannte der Papst das "inakzeptabel". Eine Chronologie des zerrütteten Verhältnisses zwischen Donald Trump und Papst Leo XIV. lesen Sie hier.