Peru: Wahlkommission bestätigt Keiko Fujimori als Präsidentin

Datum03.07.2026 23:00

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie Wahlkommission Perus bestätigte Keiko Fujimori nach knappen Stichwahlergebnissen und Protesten offiziell als Präsidentin. Fujimori gewann mit 50,1% der Stimmen. Sie verspricht ein hartes Vorgehen gegen Kriminalität. Ihr Rivale warf Betrug vor und will die Wahl nicht anerkennen. Fujimori, Tochter des ehemaligen Präsidenten Alberto Fujimori, tritt ihr Amt am 28. Juli an.

InhaltDie konservative Kandidatin im Rennen um Perus Präsidentschaftsamt, Keiko Fujimori, hatte sich in der Stichwahl durchgesetzt. Nun wurde das Ergebnis final von der nationalen Wahlkommission bestätigt. Wochenlang gab es Proteste und Betrugsvorwürfe – nun ist die Konservative Keiko Fujimori jedoch offiziell zur Siegerin der Präsidentschaftswahl in ​Peru erklärt worden. Wie die Wahlbehörde mitteilte, gewann Fujimori die Stichwahl vom 7. Juni mit 50,1 ‌Prozent der Stimmen knapp vor dem linken Kongressabgeordneten Roberto Sanchez, der auf 49,9 Prozent kam. Der Unterschied betrug nur rund 50.000 von 18 Millionen abgegebenen Stimmen. "Dies ist der Beginn einer neuen Phase", erklärte Fujimori nach der Bekanntgabe. "Wir nehmen sie mit Verantwortung, Demut ​und einem tiefen Pflichtgefühl an." Die 51-Jährige ist die Tochter des früheren Präsidenten Alberto Fujimori, der Peru von 1990 bis 2000 regierte. Ihr Wahlkampf hatte sich um die zunehmende Kriminalität in Peru und um die chronische politische Instabilität gedreht, die dazu geführt habe, dass das südamerikanische Land in einem Jahrzehnt acht Präsidenten erlebt hat. Für den Fall ihres Wahlsiegs hatte Fujimori ein hartes Durchgreifen gegen Kriminalität und irreguläre Migration angekündigt. Ihr Rivale Sánchez, der zum ersten Mal kandidierte, hatte den Behörden Unregelmäßigkeiten bei der Auszählung der Auslandsstimmen vorgeworfen und bereits erklärt, dass er eine von Fujimori geführte Regierung nicht anerkennen werde. Er hatte ohne Vorlage von Beweisen Wahlbetrug geltend gemacht. US-Außenminister Marco Rubio gratulierte Fujimori hingegen bereits und erklärte, die ‌Regierung unter Präsident Donald Trump freue sich auf ​eine vertiefte Zusammenarbeit. ‌ Fujimori wird ihre fünfjährige Amtszeit am 28. Juli antreten. Sie war mit 19 Jahren First Lady in Peru geworden, nachdem sich ihre Mutter öffentlich von ihrem Vater losgesagt hatte. Später machte sie in den USA eine Ausbildung zur Betriebswirtin. Ihr Vater wurde von seinen Anhängern dafür gefeiert, dass er die linken Rebellen der Guerillaorganisation Leuchtender Pfad besiegte und die peruanische Wirtschaft stabilisierte. Später wurde er jedoch wegen Menschenrechtsverletzungen und Korruption verurteilt und saß 16 Jahre im Gefängnis. Er starb 2024. Viele Peruaner haben dunkle Erinnerungen an die Regierungszeit ihres Vaters und verweigern jedem mit dem Namen Fujimori die Stimme. Dreimal war Keiko Fujimori mit ihren Präsidentschaftsambitionen gescheitert. Rechtspopulistische Parteien sind in Lateinamerika seit einigen Jahren sehr erfolgreich. Warum das so ist, erklärt der chilenische Politikwissenschaftler Cristóbal Kaltwasser hier im Interview.