»Helden der UPA«: Außenminister Polens und der Ukraine versuchen Streit zu deeskalieren

Datum03.07.2026 22:50

Quellewww.zeit.de

TLDRPolens und der Ukraine Außenminister bemühen sich um Deeskalation im Streit um die Ehrung einer ukrainischen Partisaneneinheit (UPA) aus dem Zweiten Weltkrieg. Die UPA wird in der Ukraine als Freiheitskämpferin gesehen, ermordete aber zehntausende Polen. Präsident Selenskyjs Benennung einer Einheit nach der UPA löste in Polen Empörung aus. Beide Länder betonten nun die Bedeutung von Wahrheit und Respekt. Ukrainische Vorschläge umfassen Konsultationen von Außenministerien und Historikern zur Stärkung der bilateralen Beziehungen.

InhaltDie Ehrung einer ukrainischen Partisaneneinheit aus dem Zweiten Weltkrieg hatte jüngst Proteste in Polen ausgelöst. Beide Länder bemühen sich nun um Entspannung. Die Außenminister Polens und der Ukraine haben sich in Warschau um eine Deeskalation im Streit über die Geschichte ihrer Länder im Zweiten Weltkrieg bemüht. Der polnische Minister Radoslaw Sikorski und sein ukrainischer Amtskollege Andrij Sybiha seien sich einig gewesen, "dass Wahrheit, Respekt und das Gedenken an die Opfer weiterhin zentrale Elemente der bilateralen Beziehungen sind". Das teilte das polnische Außenministerium mit. Der Streit war Ende Mai aufgeflammt, als der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj einer Einheit der ukrainischen Armee den Beinamen "Helden der UPA" verlieh. Die Ukrainische Aufstandsarmee (UPA) gilt aus der Perspektive der Ukraine als nationalistische Partisanenarmee, die für die Unabhängigkeit ihres Landes gekämpft hatte. Ihre Partisanen ermordeten 1944 unter deutscher Besatzung jedoch zehntausende Polinnen und Polen in der heutigen Westukraine. Die Ehrung der UPA löste dahingehend Empörung in Polen aus. Der rechtskonservative Präsident Karol Nawrocki entzog Selenskyj gegen den Rat seiner Regierung den höchsten polnischen Orden und verschärfte damit den Konflikt zwischen den Nationen. Der ukrainische Außenminister Sybiha schlug nach eigenen Angaben Anti-Krisen-Maßnahmen vor, wie Konsultationen der Außenministerien und Beratungen von Historikern, um die bilateralen Beziehungen zu stärken. Auch Ministerpräsident Donald Tusk sagte: "Ich bin davon überzeugt, dass gute ukrainisch-polnische Beziehungen im beiderseitigen Interesse liegen. Allerdings erfordern sie auch Entgegenkommen seitens Kiews." Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.