Datum03.07.2026 20:24
Quellewww.spiegel.de
TLDREin Bombenanschlag in einem Café im Zentrum von Damaskus kostete zehn Menschen das Leben und verletzte 21 weitere. Die selbst gebaute Bombe explodierte in der Nähe des Justizpalastes. Die syrische Regierung hat eine Untersuchung eingeleitet und will die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen. Nach dem Bürgerkrieg und dem Sturz von Baschar al-Assad gab es bereits mehrere tödliche Anschläge, für die teilweise islamistische Gruppen verantwortlich gemacht wurden.
InhaltMitten im Zentrum der syrischen Hauptstadt detoniert eine selbst gebaute Bombe. Panik bricht aus, am Ende sind zehn Menschen tot. Wer steckt hinter der Explosion? In einem Café im Zentrum von Damaskus hat es am Donnerstag einen Bombenanschlag gegeben. Dabei sind laut einer neuen Bilanz der Regierung zehn Menschen getötet worden. 21 weitere Menschen wurden verletzt, wie das syrische Gesundheitsministerium am Freitag mitteilte. Wer für den Anschlag verantwortlich ist, war zunächst unklar. Ein Bekennerschreiben oder eine entsprechende Mitteilung liegen nicht vor. In einer vorherigen Zwischenbilanz hatte das Ministerium von neun Toten und 20 Verletzten berichtet. Die Detonation ereignete sich in der Nähe des Justizpalastes in einem belebten Viertel im Zentrum der syrischen Hauptstadt. Im Anschluss brach Panik aus. Den Behörden zufolge wurde die Explosion durch einen am Tatort platzierten Sprengsatz verursacht. Die selbst gebaute Bombe war den Angaben zufolge ein Kilogramm schwer und enthielt Metallteile. "Die Verantwortlichen für dieses Blutvergießen werden bestraft", sagte der Gouverneur von Damaskus, Maher Eldibi. Es sei eine Untersuchung eingeleitet worden. Der stellvertretende UN-Sondergesandte für Syrien, Claudio Cordone, erklärte im Onlinedienst X, die Täter "sollten vor Gericht gestellt werden". Die Regierung unter Präsident Ahmed al-Sharaa ist bemüht, nach dem langen Bürgerkrieg die Sicherheit im Land wiederherzustellen. Dennoch hat es seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Baschar al-Assad durch islamistische Milizen im Dezember 2024 in Damaskus mehrere tödliche Anschläge gegeben. Im Juni 2025 wurden bei einem Angriff auf eine Kirche 25 Menschen getötet. Zu dem Anschlag bekannte sich damals eine sunnitische, islamistische Gruppe. Die syrischen Behörden machten die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) verantwortlich. Im Mai wurde in der Altstadt von Damaskus ein Soldat durch eine Autobombe getötet. Atef Najib ist der Cousin von Syriens Ex-Diktator Baschar al‑Assad – und einer der meistgehassten Männer Syriens. In Damaskus steht Najib nun vor Gericht. Dort werden unvorstellbare Verbrechen verlesen, für die Hinterbliebenen gibt es zunächst jedoch keine Genugtuung. SPIEGEL-Korrespondentin Dunja Ramadan war beim Prozessauftakt dabei.