Kundgebung: Demo in Hamburg - Protest gegen Sozialabbau und teure Mieten

Datum03.07.2026 16:45

Quellewww.zeit.de

TLDRTausende Hamburger protestierten gegen Sozialabbau und teure Mieten. Die Kundgebung des DGB und des Mietervereins forderte einen starken, solidarischen Sozialstaat und einen bundesweiten Mietenstopp. Die Mieten in Hamburg sind in zehn Jahren um über 50 Prozent gestiegen. Die Organisatoren warnten vor dem Abbau sozialer Sicherungssysteme und deren negativen Folgen für den sozialen Frieden und das Vertrauen in die Demokratie.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Kundgebung“. Lesen Sie jetzt „Demo in Hamburg - Protest gegen Sozialabbau und teure Mieten“. Tausende Menschen haben in der Hamburger Innenstadt gegen Sozialabbau, für einen starken solidarischen Sozialstaat sowie für bezahlbares Wohnen und einen bundesweiten Mietenstopp demonstriert. Insgesamt nahmen an der Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und des Mietervereins zu Hamburg nach Veranstalterangaben rund 4.000 Menschen teil. Die Veranstaltung stand unter dem Motto "Nein zum sozialen Kahlschlag - Sozialstaatsretter*innen stehen zusammen!". Unterstützt wurde der DGB vom Bündnis "Starker Sozialstaat Hamburg" - ein Zusammenschluss von mehr als 20 Verbänden, Gewerkschaften und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Es setzt sich für den Erhalt eines starken, solidarischen Sozialstaats ein - und fordert, soziale Sicherung verlässlich zu finanzieren, öffentliche Daseinsvorsorge zu stärken und Kürzungen zu verhindern, die gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratisches Vertrauen beschädigen. Es dürfe nicht bei den Schwächsten und den sie unterstützenden Organisationen gespart werden, wenn die öffentlichen Haushalte knapp seien. "Dass so viele Hamburgerinnen unserem Aufruf gefolgt sind, zeigt die enorme Sorge um einen Sozialstaat, der unter Druck geraten ist", sagte Hamburgs DGB-Chefin Tanja Chawla. Die Menschen spürten, dass Reformen, die Befristungen ausweiteten, Renten faktisch kürzten, die GKV verteuerten und Arbeitszeit erhöhten, nicht Modernisierung bedeuten, sondern soziale Risiken verschärften. "Wenn gleichzeitig Armut wächst und politische Transparenz geschwächt wird, ist das ein Angriff auf die Grundlagen unseres Sozialstaats." Der Sozialstaat sei eine der größten Errungenschaften der Demokratie, betonte der Vorsitzende des Hamburg Mietervereins, Rolf Bosse. Wer ihn abbaue und gleichzeitig zulasse, dass Menschen ihre Wohnung kaum noch bezahlen könnten, gefährde den sozialen Frieden. "Deshalb stehen wir heute gemeinsam mit vielen Bündnispartnern für einen Mietenstopp und gegen sozialen Kahlschlag", erklärte Bosse. Die Angebotsmieten in Hamburg sind nach Angaben des Mietervereins in den vergangenen zehn Jahren um 54,2 Prozent gestiegen. Lag der durchschnittliche Quadratmeterpreis 2016 noch bei 10,49 Euro, betrage er nun bereits 16,18 Euro. Unter dem Motto "Die Miete sprengt den Rahmen!" forderten die Demonstranten neben einem bundesweiten Mietenstopp eine Wohnungspolitik, die bezahlbaren Wohnraum wieder in den Mittelpunkt stellt. © dpa-infocom, dpa:260703-930-330145/1