Datum03.07.2026 15:23
Quellewww.zeit.de
TLDRHöhenretter der Feuerwehr sind Spezialisten für Rettungen aus großen Höhen und Tiefen. Die Frankfurter Höhenrettungsgruppe, gegründet 1993, wird jährlich zu rund 180 Einsätzen gerufen. Typische Missionen umfassen die Rettung von Personen aus defekten Arbeitsbühnen, Kranen oder an Bauwerken, aber auch Einsätze in Baugruben. Voraussetzungen sind Schwindelfreiheit, Fitness und Teamfähigkeit.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Feuerwehr“. Lesen Sie jetzt „Was machen Höhenretter?“. Es war ein spektakulärer Einsatz: Die Berufsfeuerwehr Frankfurt rettet an einem Hochhaus zwei Fensterputzer aus einer defekten Arbeitsgondel in rund 200 Metern Höhe. Einer von vielen spannenden, aber auch gefährlichen Einsätzen. Die Höhenrettungsgruppe der Berufsfeuerwehr Frankfurt wurde 1993 gegründet. Die Sondereinheit war damals das erste derartige Team in den alten Bundesländern. Die Sondereinheit wird laut Homepage der Höhenrettung pro Jahr zu etwa 180 Einsätzen gerufen. Die Feuerwehrleute absolvieren nach ihrer zweijährigen Grundausbildung zum Feuerwehrmann eine zweiwöchige Zusatzausbildung. Unter anderem lernen sie dabei verschiedene Knoten, Sicherungstechnik und Gerätekunde. Zur Aufrechterhaltung des Titels sind jährlich 72 Übungsstunden vorgeschrieben. Voraussetzungen sind Schwindelfreiheit, körperliche Fitness und Teamfähigkeit. Die Mitarbeiter müssen zum Beispiel auch dann lebensrettende Sofortmaßnahmen einleiten können, wenn sie frei im Seil hängen oder wenn sich das Objekt - wie ein Baukran - bewegt. Typische Einsatzorte sind Fensterputzgondeln oder Kranführerkabinen. Auch die Rettung von Suizidgefährdeten aus großer Höhe gehört zu den Aufgaben. Manchmal müssen absturzgefährdete Bauteilen auf Dächern oder an Fassaden gesichert werden. Auch Tiere werden von dem Team gerettet. Nein. Trotz des Namens geht es auch um Einsätze in der Tiefe. Genaugenommen handelt es sich um eine Sondereinheit für "Spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen" (SRHT). Einsätze finden also beispielsweise auch in Baugruben oder Schächten statt, um Personen dann in die Höhe zu befördern. Im Dezember 2023 saßen zwei Menschen wegen eines technischen Defekts in einer Fassadengondel an einem Hochhaus fest. Höhenretter seilten sich vom Dach rund 100 Meter per Flaschenzug ab und brachten die leicht unterkühlten Männer nacheinander auf ein Vordach im fünften Stock. Auch im Oktober 2021 saßen mehrere Menschen bei praller Sonne und ohne Trinkwasser rund drei Stunden in einer Fensterputzgondel fest. Als sich ein Gewitter näherte und die Lage brenzlig wurde, alarmierten sie den Rettungsdienst, der sie herunterholte. Im Juli 2021 wurden zwei Arbeiter aus einer defekten Gondel auf Höhe des zehnten Obergeschosses am Flughafen Frankfurt gerettet. Im März 2020 musste ein schwer verletzter Arbeiter mit Hilfe eines Baukrans auf einer Trage abgeseilt und in eine Klinik gebracht werden. © dpa-infocom, dpa:260703-930-329497/1