Datum03.07.2026 14:18
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Zahl der Asylanträge in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2024 deutlich gesunken. Nur 39.646 Menschen beantragten erstmals Schutz, verglichen mit 61.336 im Vorjahreszeitraum. Anlässlich der EU-Asylreform und verschärfter Regeln, die am 12. Juni in Kraft traten, wurden Grenzkontrollen intensiviert. Bundesinnenminister Dobrindt ordnete die Zurückweisung von Asylbewerbern an, mit Ausnahmen für schutzbedürftige Personen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Asylzahlen“. Lesen Sie jetzt „Deutlich weniger Menschen beantragen in Deutschland Asyl“. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres haben viel weniger Menschen einen Asylantrag gestellt als im Vorjahreszeitraum. Nach Informationen aus dem Bundesinnenministerium beantragten im ersten Halbjahr 39.646 Menschen erstmals Schutz in Deutschland. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres nahm das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) 61.336 Asylerstanträge entgegen. Das waren damals ungefähr halb so viele Erstanträge wie im ersten Halbjahr 2024, als rund 121.000 Asylerstanträge gestellt worden waren. Am 12. Juni tritt die europäische Asylreform in Kraft. Darüber war jahrelang verhandelt worden. Die EU-Staaten hatten sich in den vergangenen Monaten noch auf zusätzliche verschärfte Regeln geeinigt. Dazu zählt etwa, dass EU-Staaten Menschen einfacher in Drittstaaten abschieben können, zu denen diese keinerlei Verbindung haben. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte nach seinem Amtsantritt im April 2025 eine Intensivierung der Grenzkontrollen verfügt. Außerdem wies er die Bundespolizei an, auch Asylbewerber zurückzuweisen - mit Ausnahme von Kranken, Schwangeren und anderen Menschen, die besonderer Hilfe bedürfen. Laut Ministerium wurden im ersten Halbjahr dieses Jahres 14.270 Menschen an den deutschen Grenzen zurückgewiesen beziehungsweise zurückgeschoben. Den Angaben zufolge wurden im gleichen Zeitraum 494 mutmaßliche Schleuser festgenommen. Die Polizei stellte demnach zudem 4.074 Menschen fest, gegen die ein offener Haftbefehl vorlag. © dpa-infocom, dpa:260703-930-328869/1