Julian Nagelsmann: DFB löst Vertrag mit Julian Nagelsmann auf – Jürgen Klopp soll kommen

Datum03.07.2026 13:24

Quellewww.zeit.de

TLDRDer DFB löst den Vertrag mit Bundestrainer Julian Nagelsmann nach dem WM-Aus auf, seinem Wunsch sei entsprochen worden. Man wird Gespräche mit Jürgen Klopp suchen, der seine grundsätzliche Bereitschaft signalisierte. Die Trennung von Nagelsmann und eine mögliche Verpflichtung Klopps, der noch für Red Bull tätig ist, könnten Millionen kosten. Auch Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig verlängert seinen Vertrag nicht.

InhaltEs ist der Schritt, den alle erwartet hatten: Der DFB trennt sich nach dem WM-Aus von Julian Nagelsmann. Neuer Bundestrainer könnte Jürgen Klopp werden. Die Spitzengremien des Deutschen Fußballbundes (DFB) haben nach dem frühen WM-Aus beschlossen, den Vertrag mit Bundestrainer Julian Nagelsmann aufzulösen. Das teilte der DFB mit. Nagelsmann selbst habe zuvor um die Auflösung gebeten, diesem Wunsch sei man nachgekommen, hieß es. Gleichzeitig bestätigte der DFB, dass man für die Neubesetzung des Traineramtes "das Gespräch mit Jürgen Klopp suchen wird". Klopp habe bereits "seine grundsätzliche Bereitschaft signalisiert", den Posten zu übernehmen. Der Ex-Liverpool-Trainer und langjähriger Dortmund-Coach arbeitet während der WM als Experte für den Bezahlsender Magenta TV. Dort hatte er sich auf die Frage, ob er zur Verfügung stünde, unmittelbar nach dem deutschen Aus zunächst zurückhaltend geäußert: "Ich verstehe, dass mein Name genannt wird, aber das ist nicht der Moment, darüber zu sprechen, und vor allem nicht mit mir". Zum Start des Turniers hatte Klopp mit einer Äußerung für viele Diskussionen gesorgt. Er hatte in seiner Rolle als Experte mit Blick auf die deutsche Startelf gesagt: "Zum Glück stellt Julian Nagelsmann die Mannschaft auf – noch." Viele deuteten das als Einmischung in eine – damals noch gar nicht schwelende – Nachfolgerdebatte auf dem Posten des Nationaltrainers. Später entschuldigte sich Klopp dafür.  Nagelsmann war mit der DFB-Elf überraschend früh im Sechzehntelfinale der WM im Elfmeterschießen an Paraguay gescheitert. Direkt nach dem Ausscheiden hatte er einen Rücktritt noch ausgeschlossen. "Ich bin keiner der wegläuft", hatte er im ZDF gesagt. In den vergangenen Tagen hatte der mediale Druck auf Nagelsmann erheblich zugenommen. Viele Expertinnen und Experten – darunter ehemalige Nationalspieler wie Mats Hummels – hatten einen Neustart auf der Trainerposition gefordert. Für die vorzeitige Vertragsauflösung mit Nagelsmann und die mögliche Neuverpflichtung von Klopp, der derzeit noch für den Fußballkonzern von Red Bull als Head of Global Soccer tätig ist, muss der DFB viel Geld aufbringen. Allein die Trennung von Nagelsmann soll Berichten zufolge bis zu sieben Millionen Euro kosten. Das Jahresgehalt von Klopp dürfte sich in ähnlichen oder sogar höheren Dimensionen bewegen, dazu fließt wohl eine Ablösesumme an Red Bull. DFB-Präsident Bernd Neuendorf dankte Nagelsmann für "eine hohe Einsatzbereitschaft" und einen "außerordentliche Ehrgeiz". Nagelsmanns selbst wird in der Mitteilung so zitiert: "Ich habe in den vergangenen Tagen seit dem Ausscheiden viel nachgedacht und mich mit Vertrauten in meinem persönlichen Umfeld und im Verband ausgetauscht." Die Entscheidung sei ihm "alles andere als leichtgefallen". Nagelsmann entschuldigte sich außerdem bei den Fans: "Ihr habt uns getragen, ihr habt uns vertraut, ihr habt uns Energie gegeben, selbst in schwierigen Phasen."  Weiter dankte Nagelsmann seinem Trainerteam und den Spielern, mit denen er "vertrauensvoll zusammenarbeiten durfte". Auch die Assistenten von Nagelsmann, Benjamin Glück und Benjamin Hübner, werden den DFB verlassen. Sportdirektor Rudi Völler kam in der Mitteilung ebenfalls zu Wort: "Nach dem für ausnahmslos alle enttäuschenden WM-Aus verdient Julians Entscheidung unseren Respekt. Weil er Verantwortung übernimmt, wo er gerne weiter gestalten würde, und die Nationalmannschaft als Ganzes über die eigene Person stellt." Zum Turnierverlauf sagte Völler: Er sei Nagelsmann "aufrichtig dankbar für die vertrauensvolle und freundschaftliche Zusammenarbeit", wurde Völler abschließend zitiert. In der DFB-Mitteilung wurde auch eine weitere Personalentscheidung bekannt gegeben. Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig habe intern angekündigt, "dass er seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag aus persönlichen Gründen nicht verlängern wird", hieß es. Über den Schritt hatte Rettig den DFB-Präsidenten demnach bereits vor Beginn der Fußball-WM informiert.