Bürgerkrieg: Amnesty International wirft RSF-Miliz im Sudan Kriegsverbrechen vor

Datum25.11.2025 08:43

Quellewww.zeit.de

TLDRAmnesty International hat der sudanesischen RSF-Miliz in Al-Faschir Kriegsverbrechen vorgeworfen, darunter die Hinrichtung unbewaffneter Männer und sexualisierte Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Überlebende berichteten von massiven Gewaltakten, die die Miliz nach der Eroberung der Stadt Ende Oktober 2023 verübt hat. Die Organisation fordert die Verantwortlichen zur Rechenschaft und kritisiert, dass die Vereinigten Arabischen Emirate die Taten erleichtert hätten. Eine UN-Mission wird die Vorwürfe untersuchen, während die Gewalt zwischen der Armee und der RSF weiterhin anhält.

InhaltAugenzeugen berichteten von Hinrichtungen und sexualisierter Gewalt: Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International spricht von Kriegsverbrechen in Al-Faschir. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat Berichte aus der Stadt Al-Faschir im Sudan zusammengetragen und der sudanesischen RSF-Miliz Kriegsverbrechen vorgeworfen. Grund sei die Gewalt gegen Zivilisten, sagte Amnesty-Generalsekretärin Agnès Callamard. Es könne sich auch um andere Verbrechen nach internationalem Recht handeln. "Alle Verantwortlichen müssen für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen werden", forderte sie. Überlebende berichteten der Organisation demnach, dass Kämpfer der RSF-Miliz bei der Einnahme der Stadt unbewaffnete Männer hingerichtet und zahlreiche Frauen und Mädchen vergewaltigt hätten. Ganze Gruppen von Männern seien den Zeugenaussagen zufolge erschossen, geschlagen oder als Geiseln gefangen genommen worden. Amnesty sprach nach eigenen Angaben mit 28 Menschen, die aus der Region geflohen sind. Die Aussagen zählten zu den ersten Berichten von Augenzeugen, die Al-Faschir nach dem Einmarsch der RSF-Miliz verlassen hätten. Überlebende sprachen demnach von einem "Massaker". Die Menschenrechtsorganisation warf den Vereinigten Arabischen Emiraten vor, die Taten der Miliz erleichtert zu haben. Auch andere Institutionen hatten diesen Vorwurf erhoben. Callamard sagte, die Welt dürfe angesichts des brutalen Angriffs des RSF nicht wegschauen. Die sudanesische RSF-Miliz ("Rapid Support Forces") hatte die Stadt Al-Faschir in der Region Nord-Darfur nach monatelanger Belagerung Ende Oktober eingenommen. Es war die letzte größere Stadt in der Gegend, die die Miliz noch nicht kontrolliert hatte. Seither gab es zahlreiche Hinweise auf Massaker und andere Verbrechen an der Bevölkerung. Eine UN-Mission soll die Vorwürfe untersuchen. Im Sudan kämpfen seit April 2023 die Armee des Generals und Staatsoberhaupts Abdel Fattah al-Burhan und die rebellische RSF-Miliz um die Macht. Am Montag rief die RSF-Miliz einseitig eine dreimonatige Waffenruhe im Sudan aus. Der Armeechef hatte einen solchen Vorschlag abgelehnt. Viele Staaten und internationale Organisationen riefen bereits zu einem Ende der Gewalt auf. Unicef spricht von einem möglichen Genozid.