Erneuerbare Energie: Landkreis genehmigt Bau von Pumpspeicherwerk Riedl

Datum03.07.2026 11:40

Quellewww.zeit.de

TLDRDer Landkreis Passau hat den Bau des Pumpspeicherwerks Riedl genehmigt und die sofortige Vollziehung angeordnet, trotz laufender Klagen. Das Werk, von der EU als wichtig für Klimaziele gelistet, soll das größte Bayerns werden und volkswirtschaftlichen Schaden durch die Abschaltung von PV-Anlagen verhindern. Der Bund Naturschutz kritisiert das Projekt wegen ökologischer Bedenken.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Erneuerbare Energie“. Lesen Sie jetzt „Landkreis genehmigt Bau von Pumpspeicherwerk Riedl“. Die Bauarbeiten für das umstrittene Pumpspeicherwerk Riedl in der Gemeinde Untergriesbach (Landkreis Passau) können trotz laufender Klagen beginnen. Das Landratsamt Passau hat nach eigenen Angaben die "sofortige Vollziehung des Planfeststellungsbeschlusses für Bau und Betrieb des Energiespeichers Riedl angeordnet" und damit einem entsprechenden Antrag der Donaukraftwerk Jochenstein AG entsprochen. Nach Prüfung des Antrags kam das Landratsamt Passau demnach zu dem Schluss, dass hier ein besonderes öffentliches Interesse an einer sofortigen Vollziehung vorliegt. Der Energiespeicher Riedl sei von der Europäischen Union als besonders wichtige Energie-Infrastruktur-Maßnahme zur Erreichung der Klimaziele gelistet. Überdies sei er geeignet, volkswirtschaftlichen Schaden in den Fällen abzuwenden, wenn bei Solarstrom-Überproduktion PV-Anlagen wegen fehlender Speichermöglichkeiten abgeschaltet und deren Betreiber entschädigt werden müssten. Das Pumpspeicherwerk Riedl soll eine Leistung von 300 Megawatt und ein Speichervermögen von 3,5 Gigawattstunden pro Leistungszyklus erbringen - es wäre damit das größte Pumpspeicherwerk in Bayern. Die Anlage würde nahezu die Leistung der sieben bereits bestehenden Pumpspeicherkraftwerke im Freistaat erreichen, die in Summe auf rund 400 Megawatt kommen. Der Bund Naturschutz in Bayern (BN) hatte gegen das Projekt Klage eingereicht und damit zunächst die Bauarbeiten gestoppt. Der Verband begründete dies mit drohenden ökologischen Schäden mit massiven Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt in einem europäisch geschützten Fauna-Flora-Habitat-Gebiet. Nach Angaben des Landratsamtes kann der BN mit einem Antrag auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung gerichtlich gegen die Anordnung des Sofortvollzugs vorgehen. Das Gericht prüft dann im Rahmen einer Interessenabwägung, ob das Aussetzungsinteresse des Klägers oder das öffentliche Vollzugsinteresse überwiegt. Der Energiespeicher Riedl wird von der Donaukraftwerk Jochenstein AG (Verbund AG) geplant. Das Investitionsvolumen beträgt den Angaben nach mehr als 400 Millionen Euro. Die Inbetriebnahme ist für 2031/2032 geplant. © dpa-infocom, dpa:260703-930-327599/1