Deutscher Wetterdienst korrigiert Temperaturrekord nach oben

Datum03.07.2026 11:35

Quellewww.spiegel.de

TLDRDer Deutsche Wetterdienst hat den Hitzerekord korrigiert: Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt war mit 41,8 Grad der heißeste Ort Deutschlands. Dies löst Coschen-Neißemünde ab. Nach der Hitzewelle fordert eine Mehrheit (89%) verstärkte Investitionen in Hitzeschutz für Infrastruktur. Viele (66%) sind wegen des Klimawandels besorgt und 58% lehnen eine Verschiebung des Klimaschutzes ab.

InhaltMöckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt bekommt nachträglich den Titel als heißester Ort Deutschlands. In einer Umfrage fordert nun eine Mehrheit Konsequenzen aus der jüngsten Hitzewelle. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat den vorläufigen Allzeit-Temperaturrekord des vergangenen Wochenendes präzisiert. Nach neuesten Angaben dürfte es zum Höhepunkt der Hitzewelle um 0,1 Grad heißer gewesen sein als bisher kommuniziert. Die endgültigen Werte stehen aber noch aus. Am Sonntag hatte der DWD den dritten Tag in Folge einen Temperaturrekord in Deutschland registriert: 41,7 Grad in Coschen-Neißemünde im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree. Das war der vorläufige Höchstwert der Hitzewelle, die danach abebbte. Nun teilte der DWD mit, dass im Zuge der Verifikation der Daten an der Station Möckern-Drewitz am Samstag von 16.37 bis 16.45 Uhr eine "Ausfallzeit" festgestellt wurde. Aus den Rohdaten könne man schließen, "dass die resultierende Meldelücke den Zeitpunkt des Auftretens der Maximaltemperaturen umfasste". Nachdem die Meldelücke gefüllt wurde, habe sich der vorläufige Wert für die Maximaltemperatur von 41,5 auf 41,8 Grad erhöht. "Damit löst Möckern-Drewitz den vorbehaltlich kommunizierten Rekord von 41,7 Grad in Coschen ab." Nach der Hitzewelle wünscht eine Mehrheit in Deutschland mehr Investitionen, um die Infrastruktur besser auf Hitzeperioden vorzubereiten. Im ARD-"Deutschlandtrend" von Infratest dimap sprechen sich 89 Prozent dafür aus, mehr Geld in den Hitzeschutz etwa für Verkehrswege, Schulen und Krankenhäuser zu investieren. Zwei Drittel der Befragten machen sich große oder sehr große Sorgen, dass der Klimawandel die Lebensgrundlagen zerstört. Frauen äußern diese Sorge mit 74 Prozent deutlich häufiger als Männer (59 Prozent). Eine Mehrheit von 58 Prozent lehnt zudem die Auffassung ab, der Klimaschutz solle angesichts anderer Krisen vorübergehend politisch in den Hintergrund treten. 36 Prozent stimmen dieser Aussage zu. Für den ARD-"Deutschlandtrend" befragte Infratest dimap vom 29. Juni bis 1. Juli insgesamt 1317 Wahlberechtigte ab 18 Jahren in Deutschland telefonisch und online. Die Umfrage ist den Angaben zufolge repräsentativ.