Datum03.07.2026 06:30
Quellewww.zeit.de
TLDRBei den Bad Hersfelder Festspielen thematisiert die Schauspielerin Gioia Osthoff in der Komödie "Lysistrata" den 2.000 Jahre alten griechischen Sexstreik. Osthoff möchte das Publikum dazu anregen, sich dem Sittenstreik anzuschließen, bei dem vormals Frauen ihren Männern den Sex verweigerten, um einen Krieg zu beenden. Osthoff, die bereits den Hersfeld-Preis gewann, spricht sich metaphorisch für einen Sexstreik im Hinblick auf ungleiche Bezahlung von Frauen und mangelnde Gleichberechtigung aus.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Kultur“. Lesen Sie jetzt „Sexstreik? Schauspielerin will Publikum verführen“. Wer in diesem Sommer die Komödie "Lysistrata" bei den Bad Hersfelder Festspielen besucht, sollte sich auf einen ungewöhnlichen Verführungsversuch einstellen. Schauspielerin Gioia Osthoff will das Publikum für einen Sexstreik auf ihre Seite ziehen. Die 35-Jährige, die von Freitagabend an als Titelheldin auf der Festspielbühne steht, hat als Ziel, "die Zuschauer zu verführen, sich dem Sexstreik anzuschließen. Ich bin gespannt, ob es mir gelingt." In dem mehr als 2.000 Jahre alten griechischen Stück verweigern die Frauen ihren Männern den Sex, damit diese den Krieg beenden. In der Bearbeitung der Festspiele steht die bekannte TV-Darstellerin Gesine Cukrowski Osthoff als Mitstreiterin zur Seite. Wer hat es in diesem Stück eigentlich schwerer: die Frauen, dieden Sexstreik durchhalten müssen, oder die Männer, die darunterleiden? "Das Publikum natürlich, das entscheiden muss, auf welcher Seitees steht", antwortet die Schauspielerin augenzwinkernd. Vor zwei Jahren erhielt Osthoff den Hersfeld-Preis für ihre Darstellung der Polly in der "Dreigroschenoper" bei den Festspielen. Einen Satz aus "Lysistrata" hält die Schauspielerin für besonders wichtig: "Wir alle haben gelitten und unser Leid ist nicht aufwiegbar." Krieg verursache Leid auf allen Seiten, sagt sie. Protest sei deshalb nicht einfach, könne den Menschen aber Kraft geben. Und wofür würde Osthoff heute selbst zu einem einen Sexstreik aufrufen? "Wie wäre es mit: "No equal pay? - No Sex!". Das wäre doch einen Versuch wert", antwortet sie. Allerdings gehe es um weit mehr als um gleiche Bezahlung. Frauen seien in vielen Bereichen noch immer nicht gleichberechtigt. Deshalb fügt sie hinzu: "Vielleicht sollten wir uns das mit dem Sexstreik wirklich überlegen." © dpa-infocom, dpa:260703-930-326133/1