Landtagswahl: Daniel Günther: Die AfD ist unpatriotisch

Datum03.07.2026 04:30

Quellewww.zeit.de

TLDRMinisterpräsident Daniel Günther strebt auch nach der Landtagswahl einen Landtag ohne die AfD an. Er bezeichnet die Partei als unpatriotisch, da sie Deutschland schlecht rede und die Gesellschaft spalten wolle. Günther betont, dass die AfD die Wirtschaft gefährde und das Leben verteuern würde. Er kritisiert den Begriff "Brandmauer", da er die Auseinandersetzung mit den Ansichten der AfD erschwere. Zusammenarbeit mit der rechtsextremen Partei sei keine Option, da keine Gemeinsamkeiten bestünden.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Landtagswahl“. Lesen Sie jetzt „Daniel Günther: Die AfD ist unpatriotisch“. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hält einen Landtag ohne AfD auch nach der Landtagswahl für möglich. "Das bleibt das Ziel. Ich bin stolz darauf, in einem Land zu leben, in dem wir keine radikalen Kräfte im Landtag haben", sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. "Es kann uns gelingen, die AfD viel kleiner zu halten, als im Moment in manchen Umfragen zu sehen ist." Eine Umfrage aus dem April 2026 von Infratest dimap im Auftrag des NDR sah die AfD bei 15 Prozent. Die AfD gehörte im Norden nur von 2017 bis 2022 dem Landtag an. Bei der Landtagswahl vor knapp vier Jahren scheiterte sie mit 4,4 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde. Schleswig-Holstein wählt am 18. April ein neues Landesparlament. "Ich werde alles dafür tun, dass sehr viele Menschen in unserem Land demokratischen Parteien ihr Vertrauen schenken", sagte Günther. "Das ist beim letzten Mal auch deshalb gelungen, weil wir in Schleswig-Holstein einen anderen Umgang miteinander pflegen."  Aufgabe der Opposition sei es, die Arbeit der Regierung kritisch zu beleuchten. "Aber der Unterschied ist, dass wir das im respektvollen Umgang miteinander machen. Und auch innerhalb der Regierung, ob mit Jamaika oder Schwarz-Grün, haben wir zu allen Zeiten, in denen ich Verantwortung getragen habe, immer an einem Strang gezogen." Das schaffe Vertrauen. Alle Parteien hätten bei den letzten Wahlen in Richtung der AfD verloren, sagte Günther. "Wir müssen auch mal sagen, was passiert, wenn die Menschen leichtfertig der AfD die Stimme geben", sagte Günther. Sie könne nicht mehr einfach nur ignoriert werden. "Die AfD beweist jeden Tag aufs Neue, dass sie alles im Sinn hat, aber nichts Gutes mit Deutschland. Diese Partei redet permanent unser Land schlecht und will unsere Gesellschaft spalten. Wer sich mit dem Programm der AfD auseinandersetzt, weiß: Sie würde die Wirtschaft ausbremsen, Arbeitsplätze gefährden und das Leben der Menschen teurer machen - und ganz sicher nicht besser oder leichter. Das ist unpatriotisch." Mit Blick auf die Brandmauer-Debatte innerhalb seiner Partei betonte der CDU-Landesvorsitzende: "Ich konnte mit dem Begriff nie viel anfangen. Er ist irreführend und macht es der AfD leicht, das Märchen zu erzählen, man würde sie ausgrenzen und sei nicht bereit, sich mit ihren Ansichten auseinanderzusetzen."  Wer sich selbst als christdemokratisch oder liberalkonservativ empfinde, dürfe mit einer rechtsextremistischen Partei niemals zusammenarbeiten. "Übrigens nicht nur aus historischen Gründen. Es verbietet sich schlicht und ergreifend, weil es keine Gemeinsamkeiten gibt mit einer Partei, die gegen Europa, gegen die Nato und insgesamt gegen alles steht, was Konrad Adenauer, Helmut Kohl und Angela Merkel (alle ehemalige CDU-Kanzlerinnen und -Kanzler – Anmerkung der Redaktion) aufgebaut haben." © dpa-infocom, dpa:260703-930-325777/1