Trump erlaubt CIA verdeckte Einsätze in Venezuela

Datum16.10.2025 02:31

Quellewww.spiegel.de

TLDRUS-Präsident Donald Trump hat der CIA verdeckte Einsätze in Venezuela erlaubt, um Druck auf die sozialistische Regierung von Nicolás Maduro auszuüben. Dies erfolgt im Kontext eines erweiterten militärischen Engagements der USA in der Region, das unter dem Vorwand der Bekämpfung von Drogenschmuggel steht. Trump wies die CIA an, aggressiver vorzugehen, während Maduro Militärübungen anordnete. Die Spannungen zwischen den USA und Venezuela, die bereits vorangegangen sind, haben sich weiter verschärft, insbesondere nach dem Abbruch diplomatischer Beziehungen.

InhaltDie US-Regierung will ihre Aktionen gegen mutmaßliche Drogenkartelle in Südamerika ausweiten. Zuletzt versenkte das Militär mehrere Boote vor der Küste Venezuelas. Jetzt habe man das Land selbst "im Blick", sagte der Präsident. Es ist die nächste Eskalation im Konflikt der USA mit Venezuela: US-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch bestätigt, dass er den Geheimdienst CIA zu verdeckten Einsätzen in dem südamerikanischen Land ermächtigt hat. Zuerst hatte die "New York Times" über Trumps Anweisung berichtet  . "Wir haben jetzt sicherlich das Land im Blick, da wir das Meer sehr gut unter Kontrolle haben", sagte Trump am Mittwoch gegenüber Journalisten. Damit erhöhen die USA den Druck auf die sozialistische Regierung von Präsident Nicolás Maduro. Der US-Präsident wollte am Mittwoch Teile des Berichts der "New York Times" nicht kommentieren, wonach er den US-Auslandsgeheimdienst mit verdeckten Operationen gegen die Regierung von Venezuelas Staatschef beauftragt habe. Danach gefragt, ob er der CIA die Befugnis erteilt habe, Maduro "auszuschalten", antwortete Trump: "Das ist eine lächerliche Frage für mich. Nicht wirklich eine lächerliche Frage, aber wäre es nicht lächerlich, wenn ich sie beantworten würde?" Der "New York Times" zufolge hat sich CIA-Chef John Ratcliffe bisher kaum dazu geäußert, was sein Geheimdienst in Venezuela unternimmt. Er hat demnach aber versprochen, dass die CIA unter seiner Führung aggressiver vorgehen werde. Während seiner Anhörung zur Bestätigung als CIA-Chef sagte Ratcliffe, er werde die Behörde weniger risikoscheu machen. Er wolle die Bereitschaft der CIA stärken, "an Orte zu gehen, an die sonst niemand gehen kann, und Dinge zu tun, die sonst niemand tun kann". Trump hatte im August die militärische Präsenz in der Region massiv erhöht und mehrere Kriegsschiffe in die Karibik entsandt. Nach Darstellung Trumps sollen sie den Drogenschmuggel bekämpfen. In den vergangenen Wochen haben die USA vor der Küste Venezuelas mehrere Boote angegriffen, die angebliche Drogen transportiert haben. US-Behörden zufolge wurden dabei mindestens 27 Menschen getötet. Erst am Dienstag wurde ein Boot zerstört, auf dem sich nach Trumps Angaben sechs Drogenschmuggler befanden. Neben F-35-Kampfjets auf Puerto Rico befinden sich acht US-Kriegsschiffe sowie ein Atom-U-Boot in der Region. Laut der "New York Times" sind zudem 10.000 US-Soldaten in der Region stationiert, der größte Teil von ihnen in Puerte Rico. Das Pentagon hatte dem Kongress kürzlich mitgeteilt, dass Trump festgestellt habe, die USA befänden sich in einem "nicht-internationalen bewaffneten Konflikt" mit Drogenkartellen. Trump wirft Maduro vor, Drogenbanden zu kontrollieren. Washington hat eine Belohnung von 50 Millionen Dollar für Hinweise ausgelobt, die zu einer Festnahme des venezolanischen Staatschefs führen. Maduro wiederum prangert den US-Militäreinsatz in der Karibik als Bedrohung für Frieden und Stabilität der Region an. Als Reaktion ordnete Maduro Militärübungen in den am dichtesten bewohnten Stadtvierteln des Landes an. Bei diesen Übungen werde die "gesamte militärische Kraft" von Bevölkerung, Armee und Polizei mobilisiert, sagte der Staatschef in einer im Onlinedienst Telegram verbreiteten Audiobotschaft. Das Verhältnis zwischen den USA und Venezuela ist schon seit Längerem angespannt. Die USA erkennen die venezolanische Präsidentschaftswahl von 2024 nicht an, nach der sich Maduro zum Sieger erklärt hatte. Zuletzt hat Washington die diplomatischen Kontakte zu Venezuela abgebrochen.