Monacos Justiz erlässt Haftbefehl nach Bombenanschlag

Datum03.07.2026 00:44

Quellewww.spiegel.de

TLDRIn Monaco wurde ein Haftbefehl wegen eines Paketbombenanschlags erlassen, bei dem ein ukrainischer Multimillionär, seine Partnerin und deren Sohn schwer verletzt wurden. Die Verdächtige soll eine Frau sein, die sich als Mann ausgab. Interpol wird zur Fahndung ausgeschrieben. Der ukrainische Geschäftsmann Wadym Jermolajew, der früher zu den reichsten Ukrainern zählte und in Monaco lebt, steht im Visier. Die Ermittlungen laufen wegen versuchten Mordes.

InhaltBei der Explosion einer Paketbombe wurden in Monaco ein ukrainischer Multimillionär, seine Partnerin und der gemeinsame Sohn schwer verletzt. Jetzt gibt es eine Verdächtige: eine Frau, die sich laut Medienberichten als Mann verkleidet haben soll. Nach der Explosion einer Paketbombe in Monaco, bei der ein aus der Ukraine stammender Geschäftsmann schwer verletzt wurde, hat die Staatsanwaltschaft des Fürstentums eine verdächtige Person identifiziert. Es sei Haftbefehl erlassen worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Zudem werde die internationale Polizeiorganisation Interpol die verdächtige Person zur Fahndung ausschreiben. Französischen Medienberichten zufolge richtet sich der Verdacht gegen eine Frau, die sich als Mann ausgegeben haben könnte. Auf Überwachungsaufnahmen war die Person demnach mit einem schwarzen Fischerhut zu sehen gewesen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde ein Ermittlungsverfahren wegen versuchten Mordes und mehrerer weiterer Tatbestände eingeleitet. Bei der Tat hatte am Montagabend ein Mensch ein Paket in der Eingangshalle eines kleinen Wohnhauses in Monaco abgelegt. Kurz darauf detonierte ein Sprengsatz. Die drei Bewohner – ein Paar und ein 13-jähriger Junge – kamen zum Zeitpunkt der Explosion nach Hause und wurden verletzt. Mehreren Quellen zufolge handelt es sich um den 58-jährigen Multimillionär Wadym Jermolajew, einen Unternehmer ukrainischer Herkunft, sowie um dessen Partnerin und den 13 Jahre alten Sohn des Paares. Alle drei wurden durch die Explosion schwer verletzt. Jermolajew hatte sich in der ostukrainischen Stadt Dnipro als skrupelloser Immobilienunternehmer einen Namen gemacht. Der Geschäftsmann, der die ukrainische Staatsbürgerschaft schon vor Jahren abgegeben hat, zählte jahrelang zu den hundert reichsten Menschen in der Ukraine. In der Ukraine zählt Jermolajew zum sogenannten "Monaco-Bataillon", einer Gruppe von Geschäftsleuten und früheren Oligarchen, die sich nach Beginn des Kriegs gegen Russland an der Mittelmeerküste niedergelassen haben. Seit 2023 unterliegt Jermolajew in der Ukraine Sanktionen wegen seiner geschäftlichen Aktivitäten auf der von Russland annektierten Krim.