Mount Everest: Indien will 30 Jahre alte Leiche bergen

Datum02.07.2026 22:32

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie indische Regierung plant die Bergung der Leiche von Dorje Morup, bekannt als "Green Boots", vom Mount Everest. Der Bergsteiger starb 1996 in der Todeszone. Die Bergung ist aufwendig und erfordert die Zustimmung Chinas sowie den Transport über die Grenze nach Nepal und weiter nach Indien. Die Identität des Mannes wurde kürzlich durch DNA-Analyse bestätigt. Die Operation ist jedoch von zahlreichen logistischen und behördlichen Hürden abhängig.

InhaltEr gilt für Bergsteiger als Wegmarke. Und als Mahnung: Seit 30 Jahren liegt der Leichnam eines Inders mit grünen Schuhen am Mount Everest. Nun hat soll "Green Boots" geborgen werden – doch der Aufwand ist enorm. Die indische Regierung will die Leiche eines vor 30 Jahren gestorbenen Bergsteigers aus der sogenannten Todeszone des Mount Everest in mehr als 8000 Meter Höhe bergen. Bei dem Mann mit dem Namen Dorje Morup handle es sich um ein ehemaliges Mitglied der Indo-Tibetischen Grenzpolizei (ITBP), berichten  die Zeitung "The Tribune" und andere indische Medien. Der Inder sei 1996 während einer ITBP-Expedition am höchsten Berg der Erde gestorben. Drei Mitglieder der Gruppe hatten nach der Expedition als vermisst gegolten. Die Leiche erlangte in Bergsteigerkreisen traurige Berühmtheit. Wegen der grünen Stiefel an den Füßen wird sie auch "Green Boots" genannt und wurde zur Wegmarke für viele Bergsteiger auf tibetischer Seite. Wie manch anderer Toter am 8849 Meter hohen Berg blieb die Leiche dort in Sichtweite der Route liegen. Wie aus einer Ausschreibung der indischen Regierung hervorgeht, soll bis zum September eine "Agentur" beauftragt werden, um die sterblichen Überreste des Mannes zu bergen. Gut 30 Jahre lang wurde den Berichten zufolge über die Identität des Toten spekuliert. Die Ausschreibung legt laut "The Tribune" nahe, dass sich die Grenzpolizei, die dem indischen Innenministerium unterstellt ist, jetzt bei deren Identität sicher ist. Wie die Medienplattform "The Better India" unter Berufung auf amtliche Dokumente berichtete, half eine DNA-Analyse, das Rätsel zu lüften. Ob die Leiche in den nächsten Monaten wirklich geborgen werden kann, gilt als unklar. Die Bergung erfordere angesichts der Risiken für Auf- und Abstieg mindestens sechs erfahrene Bergsteiger aus der nepalesischen Volksgruppe der Sherpas, berichtet "The Tribune". Da die Leiche in einer Felsnische auf tibetischer Seite des Everest liege, müssten die chinesischen Behörden dem Vorhaben erst noch zustimmen. In der abgelaufenen frühjahreszeitlichen Saison hatte China den Aufstieg zum Everest von der tibetischen Seite gesperrt. Zudem müsse ein Leichentransport über die Grenze nach Nepal und die Überführung nach Indien genehmigt werden, hieß es. Der Everest befindet sich an der Grenze zwischen Nepal und China. Er kann von beiden Ländern aus bestiegen werden.