Reformvorschläge: Koalitionsspitzen wollen Attestpflicht praxistauglich gestalten

Datum02.07.2026 22:18

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Koalitionsspitzen haben sich grundsätzlich darauf geeinigt, die Attestpflicht für Krankschreibungen ab dem ersten Krankheitstag einzuführen. Finanzminister Klingbeil betonte die Notwendigkeit pragmatischer Lösungen im anstehenden Gesetzgebungsverfahren. Kritiker, darunter Ärzte und Gewerkschaften, warnen vor erheblichem bürokratischem Aufwand und überfüllten Praxen. Bundeskanzler Merz deutete an, dass Unternehmen abweichende Regelungen mit Mitarbeitern treffen könnten, die Details blieben jedoch offen.

InhaltVizekanzler Klingbeil fordert "pragmatische Lösungen" bei der Krankschreibung ab Tag eins. Über mögliche Ausnahmen soll das Gesetzgebungsverfahren entscheiden. Bei den Plänen für eine Krankschreibung ab dem ersten Tag haben die Koalitionsspitzen auf das noch ausstehende Gesetzgebungsverfahren verwiesen. "Das war jetzt gestern eine Grundsatzeinigung im Koalitionsausschuss", sagte Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) am Donnerstagabend im ZDF-heute journal. Nun gehe es darum, "gute pragmatische Lösungen" zu finden. Die Koalition hatte sich darauf geeinigt, dass künftig ab dem ersten Tag der Erkrankung die verpflichtende Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gesetzlich vorgeschrieben sein soll. Die genaue Ausgestaltung ist aber offen. Ärzte und Gewerkschaften kritisierten die Pläne und warnten vor überfüllten Praxen und einem hohen bürokratischen Aufwand. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte dazu im ZDF: "Sie müssen nicht am ersten Tag in die Arztpraxis." Man müsse "vom ersten Tag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung haben". Ob er damit eine mögliche Rückdatierung durch den behandelnden Arzt meinte, oder wie er sich den Ablauf ansonsten vorstellt, sagte Merz nicht. Er verwies aber darauf, dass Unternehmen mit ihren Beschäftigten andere Regelungen treffen könnten, etwa durch tarifliche oder Betriebsvereinbarungen. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.