Venezuela: Rettungskräfte bergen Verschütteten acht Tage nach Erdbeben

Datum02.07.2026 21:58

Quellewww.zeit.de

TLDREin 43-jähriger Nachtwächter wurde acht Tage nach Erdbeben in Venezuela lebend aus Trümmern geborgen. Seine stabile Wachkabine schuf eine Luftblase, die sein Überleben ermöglichte. Die Rettungsaktion, an der internationale Teams beteiligt waren, war ein Wettlauf gegen die Zeit wegen instabiler Strukturen und Nachbeben. Bei den Beben starben über 2.200 Menschen, Zehntausende wurden verletzt. Die Bergung gilt als "Wunder", die Suche nach weiteren Überlebenden läuft.

InhaltEin 43-jähriger Nachtwächter konnte acht Tage nach den Erdbeben in Venezuela lebend aus den Trümmern geborgen werden. Noch immer werden Tausende Menschen vermisst. Fast acht Tage nach den schweren Erdbeben in Venezuela ist ein 43-Jähriger aus den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes gerettet worden. Hernán Alberto Gil Flores, der als Nachtwächter tätig war, befand sich in seiner kleinen Wachkabine, als am Abend des 24. Juni das erste heftige Beben einsetzte. Während die Wände um ihn herum einstürzten, hielt seine Kabine stand und verschaffte ihm eine lebenswichtige Luftblase. Nach Angaben der Rettungskräfte befand er sich rund neun Meter unter den Trümmern. Jubel brandete auf, als die Rettungskräfte Gil auf einer mit einer orangefarbenen Plane bedeckten Trage durch die Menschenmenge zu einem Krankenwagen des Roten Kreuzes trugen. Bereits am Sonntag war es den Helfern gelungen, Kontakt zu ihm aufzunehmen und ihn über einen Schlauch mit Wasser und weiteren lebenswichtigen Hilfsgütern zu versorgen. Die Bergung entwickelte sich zu einem Wettlauf gegen die Zeit. Wegen der instabilen Gebäudestruktur, wiederholter Nachbeben und weiterer Einsturzgefahr mussten die Einsatzkräfte ihre Strategie mehrfach ändern und schließlich einen neuen Zugang zu dem Verschütteten schaffen. An der Rettungsaktion waren nach Angaben des salvadorianischen Präsidenten Nayib Bukele Teams aus Venezuela, El Salvador, Chile, den USA, Portugal, Mexiko und Costa Rica beteiligt. Bukele feierte die Bergung anschließend als "Wunder". "Endlich ist es uns gelungen, Hernán zu retten", schrieb er in Versalien auf der Plattform X. "Heute feiern wir das Leben von Hernán Gil", schrieb Venezuelas geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez auf X zu einem Video der Rettung. Sie dankte den nationalen und internationalen Einsatzkräften, "die ihren Körper, ihre Zeit und ihre Seele für diese Mission eingesetzt haben". Die Rettung Gils gilt als außergewöhnlich. Die Überlebenschancen von Verschütteten sinken bereits nach wenigen Tagen deutlich. Dennoch setzen die Einsatzkräfte in Venezuela ihre Suche nach weiteren Überlebenden fort. Nach jüngsten Behördenangaben wurden bei den Erdbeben mindestens 2.295 Menschen getötet, mehr als 11.000 wurden verletzt.