Datum02.07.2026 20:36
Quellewww.spiegel.de
TLDRNach dem Tod von über 20 Menschen bei einem russischen Angriff auf Kyjiw fordert Präsident Selenskyj eine eigene Produktion von Patriot-Raketen. Angesichts knapper westlicher Munition und schwindender Bestände strebt die Ukraine eine US-Lizenz für die Herstellung an, um die eigene Luftabwehr zu stärken. Die Beschaffung von Abwehrraketen für Patriot-Systeme ist eine zentrale Herausforderung.
InhaltUm Angriffe wie der vergangenen Nacht abzuwehren, braucht die Ukraine Patriot-Systeme. Doch die sind rar. Für eine bessere Flugabwehr will Präsident Selenskyj nun eine eigene Produktionsstätte – und die US-Lizenz. Bei einem massiven russischen Angriff sind mehr als 20 Menschen in der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw gestorben, nun drängt Präsident Wolodymyr Selenskyj auf eine eigene Produktionsstätte für Patriot-Raketen. Um wirklich Leben schützen zu können, brauche die Ukraine eine eigene Produktion, sagte Selenskyj in einer abendlichen Videobotschaft. Er sprach von einer europäischen Produktion in der Ukraine oder mit Partnern gemeinsam und stellte den USA in diesem Fall auch Unterstützung bei Einsätzen in Aussicht. Das ukrainische Militär hat zunehmend Schwierigkeiten, die Großangriffe abzuwehren. Von den 74 Raketen und Marschflugkörpern sollen nach Angaben der Luftwaffe 48 Stück abgefangen worden sein. Kyjiw setzt dafür vorwiegend auf das amerikanische Patriot-System, für das es an Abwehrraketen mangelt. Der Westen hatte der Ukraine für die Flugabwehr Waffen wie US-amerikanische Patriot-Systeme oder die deutschen Iris-T-Komplexe geliefert. Doch die Raketen für solche Flugabwehrsysteme sind teuer und rar. Durch den von US-Präsident Donald Trump begonnenen Irankrieg ist das Defizit an solchen Raketen noch größer geworden. Selenskyj hofft darauf, dass die USA der Ukraine den Bau von Patriot-Raketen in Lizenz erlauben. Das ukrainische Verteidigungsministerium bezeichnete die Abwehr ballistischer Raketen in einer Mitteilung aufgrund des Mangels an Raketen für die Patriot-Systeme als zentrale Herausforderung. Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow habe sich bereits an fast 40 Partnerländer der Ukraine gewandt, und um die Lieferung von Patriot-Raketen aus deren Beständen noch in diesem Monat im Austausch gegen vereinbarte künftige Lieferungen gebeten. Russland überzieht die Ukraine seit mehr als vier Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg. Bei einer massiven Attacke wurden in der vergangenen Nacht in Kyjiw nach Behördenangaben mehr als 20 Menschen getötet und mehr als 80 verletzt. Kyjiw zahlt den Preis für die militärischen Erfolge der Ukraine: Mit dem wohl schwersten Angriff auf die ukrainische Hauptstadt seit Kriegsbeginn rächt sich Russland für die Attacken gegen seine Raffinerien. Die Analyse zu dem russischen Großangriff lesen Sie hier .