Datum02.07.2026 19:45
Quellewww.spiegel.de
TLDRVor einem wichtigen Nato-Gipfel bezeichnete Donald Trump die Militärausgaben von Deutschland und anderen Verbündeten als "lächerlich". Er kritisiert, dass die USA unverhältnismäßig viel zahlen, obwohl die Ausgaben der Verbündeten steigen und Deutschland bei der Erfüllung der Nato-Ziele an zweiter Stelle liegt. Trump fordert höhere Beiträge und übt Druck auf die Partner aus.
InhaltDonald Trump ist unzufrieden mit den Verteidigungsausgaben seiner Nato-Partner. Besonders Deutschland kommt in einem Post auf Truth Social schlecht weg. Die Äußerungen kommen kurz vor dem wichtigen Nato-Gipfel. Kurz vor dem Nato-Gipfel in Ankara teilt US-Präsident Donald Trump erneut gegen Deutschland und andere Verbündete aus. In einem Post auf der Plattform Truth Social bezeichnete er deren Beiträge für das Verteidigungsbündnis als "lächerlich". Damit baut Trump Druck auf die Nato-Alliierten vor dem Gipfel auf, der am 7. und 8. Juli in der Türkei abgehalten wird. Trump listete in seinem Post mehrere Länder, darunter Großbritannien und Italien, sowie deren angebliche Verteidigungsausgaben auf. Diese ähneln einem Nato-Bericht für das Jahr 2025, Trump nannte aber keine genaue Quelle. Zu Deutschland machte er keine konkreten Angaben, schrieb aber, dass dessen Beiträge angeblich deutlich niedriger seien. Wie Trump zu dieser Annahme kommt, blieb unklar. Denn wie aus dem Nato-Jahresbericht hervorgeht, lag Deutschland 2025 bei den Verteidigungsausgaben an Position zwei. Deutschland steigerte seine Ausgaben nach den inflationsbereinigten Vergleichszahlen gegenüber 2024 um mehr als 20 Prozent auf 88,8 Milliarden Euro. Insgesamt erhöhten Deutschland und die anderen Nato-Partner der USA ihre Verteidigungsausgaben 2025 um eine Rekordsumme. Die Ausgaben der europäischen Alliierten und Kanadas stiegen um 19,6 Prozent auf 574 Milliarden US-Dollar. Dem US-Präsidenten ist es schon länger ein Dorn im Auge, dass die USA traditionell die höchsten Verteidigungsausgaben leisten, die der Verteidigungsfähigkeit des Bündnisses zugutekommen. Die Kluft wird aber kleiner. Auf dem Nato-Gipfel in Den Haag hatte sich das Bündnis auf Drängen Trumps dazu verpflichtet, die Verteidigungsausgaben in beispielloser Weise anzuheben. Die Alliierten legten sich auf das Ziel fest, spätestens ab 2035 jährlich fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Verteidigung und Sicherheit zu investieren – so viel wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr. Trump schrieb in seinem Post, dass die Vereinigten Staaten mit Abstand mehr Geld für die Nato ausgäben als jedes andere Land, um das Bündnis zu schützen, "ohne selbst einen Nutzen daraus zu ziehen". Ohnehin war der US-Präsident zuletzt schlecht auf europäische Nato-Länder inklusive Deutschland zu sprechen, weil er Hilfe bei der Sicherung der Straße von Hormus im Irankrieg angefordert hatte, die aber ausgeblieben war. Trump hatte Verbündete als "Feiglinge" bezeichnet.