Datum02.07.2026 19:11
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Mehrheit der Deutschen (66%) sorgt sich stark wegen des Klimawandels. 89% fordern mehr Investitionen in den Hitzeschutz. Die Industrie (59%) trägt laut der Umfrage die Hauptverantwortung für den Klimaschutz. Zur Rentenreform zeigt sich nur die Hälfte überzeugt, doch die Einbeziehung von Selbstständigen und Vorständen in die gesetzliche Rentenversicherung wird von 84% befürwortet. Sorgen bereiten auch die Geldprobleme im Alter (48%) und der Wirtschaftsstandort Deutschland (78%).
InhaltNeun von zehn Deutschen fordern laut ARD-"Deutschlandtrend" mehr Investitionen in den Hitzeschutz. Die Rentenreform überzeugt nur etwa die Hälfte der Menschen. Zwei Drittel der Deutschen machen sich große oder sehr große Sorgen, dass der Klimawandel die Lebensgrundlagen zerstört. Das geht aus dem aktuellen ARD-Deutschlandtrend hervor. Frauen äußern diese Sorge mit 74 Prozent deutlich häufiger als Männer (59 Prozent). 89 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, dass mehr Geld in den Hitzeschutz etwa für Verkehrswege, Schulen und Krankenhäusern investiert werden sollte. Dagegen sind nur neun Prozent. Eine Mehrheit von 58 Prozent lehnt die Auffassung ab, der Klimaschutz sollte angesichts anderer Krisen vorübergehend politisch in den Hintergrund treten. 36 Prozent stimmen dieser Aussage zu. 59 Prozent sehen beim Klimaschutz vor allem die Industrie in der Verantwortung, 33 Prozent eher die Verbraucherinnen und Verbraucher. Eine stärkere Berücksichtigung ökologischer Kosten im Preis von Waren und Dienstleistungen, etwa über eine CO₂-Steuer, unterstützen 38 Prozent, während 54 Prozent dies ablehnen. Für den Deutschlandtrend wurden vom 29. Juni bis 1. Juli 1.317 Wahlberechtigte ab 18 Jahren in Deutschland telefonisch und online befragt. Die Umfrage ist den Angaben zufolge repräsentativ. Auch Meinungen zur Rentenreform der Bundesregierung wurden in der Umfrage abgefragt. 52 Prozent der Befragten glauben demnach nicht daran, dass die vollständige Umsetzung der Vorschläge einer Expertenkommission die Rente zukunftsfester macht. 35 Prozent erwarten, dass dies gelingen wird. Auf besonders große Zustimmung stößt der Plan, Selbstständige, Politiker und Vorstände von Aktiengesellschaften in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. 84 Prozent halten das für richtig, 11 Prozent lehnen den Vorschlag ab. Mehrheitlich unterstützt wird auch eine kapitalgedeckte Zusatzrente mit leicht höheren Beiträgen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. 56 Prozent werten das als richtigen Weg, 32 Prozent als falsch. Dagegen stoßen eine Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung und die Abschaffung der Rente mit 63 auf Ablehnung. 63 Prozent sind gegen ein höheres Renteneintrittsalter bei steigender Lebenserwartung, 70 Prozent lehnen die Abschaffung der Rente mit 63 ab. Knapp die Hälfte der Deutschen (48 Prozent) macht sich große oder sehr große Sorgen vor Geldproblemen im Alter. Noch größer sind die Sorgen um den Wirtschaftsstandort Deutschland: 78 Prozent äußern hier große oder sehr große Bedenken.