Bergbau: K+S startet Umbau für nachhaltigere Düngemittel-Produktion

Datum02.07.2026 14:57

Quellewww.zeit.de

TLDRK+S investiert 600 Millionen Euro in das Transformationsprojekt Werra 2060, um die Düngemittelproduktion bis 2060 zu sichern und umweltfreundlicher zu gestalten. Kern des Umbaus am Standort Wintershall ist die Umstellung von nasser auf trockene, elektrostatische Aufbereitung von Rohsalz ab 2028. Dies soll Abwässer um 50 Prozent reduzieren und Haldenaufhäufungen um 90 Prozent verringern, was den CO2-Ausstoß senkt und das Werk zu einem weltweit vorbildlichen Standort macht.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Bergbau“. Lesen Sie jetzt „K+S startet Umbau für nachhaltigere Düngemittel-Produktion“. Der Kasseler Düngemittelkonzern K+S treibt sein Transformationsprojekt Werra 2060 voran. Am Fabrikstandort Wintershall haben Umbauarbeiten im Rahmen des Projekts begonnen. Werra 2060 soll die Produktion des Konzerns im hessisch-thüringischen Grenzgebiet bis 2060 sichern. Mit dem rund 600 Millionen Euro teuren Umbau will K+S zudem den CO2-Ausstoß und die Abwässer deutlich senken.  Dazu wird jetzt ein bestehendes Gebäude des Werks Werra erweitert, in dem Kalirohsalz aufbereitet wird. Nach Abschluss des Umbaus soll das Aufbereitungsverfahren dann umgestellt werden.  Rund 65 Prozent des Rohsalzes werden laut K+S derzeit nass aufbereitet. Das Rohsalz wird dabei in Wasser oder einer heißen Lösung aufgelöst, um Wertstoffe von Begleitmaterialien zu trennen. Dabei fallen salzhaltige Haldenabwässer an, die die Umwelt belasten. Die Entsorgung dieser Wässer ist seit Jahrzehnten ein ökologisches und politisches Streitthema. Im Laufe des Jahres 2028 soll die Aufbereitung auf ein trockenes Verfahren umgestellt werden. Dabei werden die Partikel unterschiedlich elektrisch aufgeladen und anschließend in einem starken elektrischen Spannungsfeld voneinander getrennt. Bei der sogenannten elektrostatischen Trennung (ESTA) fallen laut K+S keine umweltschädlichen Prozessabwässer mehr an. Dem Konzern zufolge wird die Menge der insgesamt am Werk Werra anfallenden Produktionswässer, die entsorgt werden müssen, so um etwa 50 Prozent reduziert.  Die verbleibenden festen Rückstände sollen nicht mehr auf die Halde gebracht werden, sondern unter Tage als Versatzmaterial dienen. Dadurch wird die Aufhaldung am Standort Wintershall nach Angaben des Unternehmens um etwa 90 Prozent reduziert, und die Halde hört nahezu auf zu wachsen.  Das neue Verfahren senke den Energieverbrauch und den CO2-Ausstoß des Standortes deutlich, sagte der K+S-Vorstandsvorsitzende Christian Heinrich Meyer bei einer Baustellenbegehung. Nach dem Umbau werde das Kaliwerk ein weltweit vorbildliches, hochgradig nachhaltiges und umweltschonendes Werk sein.  Das Werk Werra mit seien rund 4.400 Mitarbeitern produziert nach Angaben von K+S etwa die Hälfte aller kalium- und magnesiumhaltigen Düngemittel in der EU und kann damit einen Großteil des europäischen Bedarfs decken. K+S beschäftigt insgesamt über 11.000 Mitarbeiter, davon knapp 7.000 in Hessen und Thüringen. © dpa-infocom, dpa:260702-930-323093/1