Waffenruhe im Gazakrieg: Israel und Trump drohen Hamas mit Wiederaufnahme der Kämpfe

Datum16.10.2025 02:14

Quellewww.spiegel.de

TLDRUS-Präsident Donald Trump drohte, Israel zur Wiederaufnahme der Kämpfe gegen die Hamas im Gazastreifen zu ermächtigen, sollte die Terrororganisation ihre Verpflichtungen aus dem Waffenruhe-Abkommen nicht einhalten. Israel beschuldigt die Hamas, Geiseln nicht zurückzugeben, was zu einer angespannten Situation führt. Trump äußerte, dass ein Wort von ihm ausreichen würde, um Israel zu mobilisieren. Die Hamas hingegen behauptet, ihre Verpflichtungen erfüllt zu haben, während Israel gleichzeitig militärische Vorbereitungen für mögliche Kämpfe trifft.

InhaltEin Wort von ihm würde reichen – schon wären israelische Soldaten wieder gegen die Hamas im Einsatz, tönt US-Präsident Trump. Israels Verteidigungsminister beauftragt derweil das Militär, sich auf den Fall der Fälle vorzubereiten. Es war wohl nur ein kurzes Telefonat, das US-Präsident Donald Trump am Mittwoch mit CNN-Moderator Jake Tapper führte. Aber die Aussagen haben es in sich. Er würde erwägen, dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu die Wiederaufnahme militärischer Aktionen im Gazastreifen zu gestatten, sollte die Hamas sich weigern, ihren Teil der Waffenruhevereinbarung einzuhalten, sagte Trump  . Die israelischen Streitkräfte könnten auf die Straßen zurückkehren, dafür würde ein Wort von ihm reichen. Israel wirft der Terrororganisation Hamas vor, sich nicht an die Bedingungen der vereinbarten Waffenruhe zu halten. Dabei geht es vor allem um die Rückgabe der Geiseln: Die Hamas muss dem Plan zufolge auch die Leichen von insgesamt 28 israelischen Geiseln übergeben (hier  mehr dazu). Bisher wurden allerdings nur zehn Leichen überstellt; und bei einer davon handelt es sich nach israelischen forensischen Erkenntnissen nicht um die sterblichen Überreste einer Geisel. Zuletzt hatte die Hamas am Mittwochabend die mutmaßlichen Leichen von zwei weiteren getöteten Geiseln übergeben. Zeitgleich ließ die Terrororganisation mitteilen, dass sie nun alle Leichen von Geiseln übergeben hätte, zu denen sie Zugang habe (mehr dazu hier). Nach Meinung der Hamas habe sie damit ihre Verpflichtungen aus dem Waffenruhe-Abkommen erfüllt. "Was die übrigen Leichen betrifft, so sind zu ihrer Bergung außerordentliche Bemühungen und spezielle Ausrüstungen nötig", hieß es in der Erklärung weiter. Viele Leichen von Geiseln könnten mutmaßlich unter den Ruinen ausgebombter Gebäude oder in Tunnelschächten verschüttet sein. Israel drohte der Hamas daraufhin mit der Wiederaufnahme der Kämpfe im Gazastreifen: "Wenn die Hamas sich weigert, das Abkommen einzuhalten, wird Israel in Abstimmung mit den USA die Kämpfe wieder aufnehmen", erklärte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz am Mittwochabend laut einer Mitteilung seines Büros. Katz habe außerdem das Militär mit der Ausarbeitung eines umfassenden Plans zur Bekämpfung der Hamas beauftragt, falls der Krieg wieder aufgenommen werde, hieß es. Ein weiterer umstrittener Punkt des Waffenruhe-Abkommens ist die Entwaffnung der Hamas (mehr dazu hier ). Der Plan sieht dies vor, die Terrororganisation hat es bisher abgelehnt, die Waffen abzugeben. Danach gefragt, sagte Trump im CNN-Gespräch: "Ich denke darüber nach. Israel wird auf diese Straßen zurückkehren, sobald ich das Wort gebe. Wenn Israel dort einmarschieren und sie ordentlich vermöbeln könnte, würden sie es tun." Er habe sie zurückhalten müssen, sagte Trump über die israelischen Streitkräfte und die Regierung Netanyahu. "Ich habe mich mit Bibi gestritten." A post shared by Jake Tapper (@jaketapper) Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Einen Einsatz des US-Militärs zur Entwaffnung der Hamas schloss Trump aus. US-Soldaten würden dazu nicht benötigt, sagte er vor Journalisten in Washington. Die USA würden Israel jedoch bei dem Vorhaben unterstützen. Am Vortag hatte Trump der Hamas mit gewaltsamer Entwaffnung gedroht und gesagt: "Wenn sie sich nicht entwaffnen, werden wir sie entwaffnen." Wen er mit "wir" meinte, blieb dabei unklar.