Datum02.07.2026 12:02
Quellewww.spiegel.de
TLDRLaut dem Statistischen Bundesamt werden jährlich durchschnittlich 1400 Menschen in Deutschland wegen Hitze ins Krankenhaus eingeliefert. Vorerkrankte sind besonders gefährdet. Hitze als alleinige Todesursache ist selten, trägt aber oft zu Todesfällen bei Vorerkrankungen bei. Das RKI schätzt die hitzebedingte Sterblichkeit auf über 800 Fälle in diesem Jahr, mit Höchstwerten 2018 (ca. 8500) und 2006 (ca. 7700).
InhaltBei hohen Temperaturen müssen überdurchschnittlich viele Menschen in der Klinik behandelt werden, belegen langfristige Zahlen des Statistischen Bundesamts. Vorerkrankte Menschen sind besonders gefährdet. Zwischen 2004 und 2024 haben Hitze und starkes Sonnenlicht jährlich im Schnitt für knapp 1400 Krankenhausbehandlungen gesorgt. Hitze als direkte Todesursache konnte in diesem Zeitraum im Schnitt in 21 Fällen pro Jahr festgestellt werden, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mitteilte . In Jahren mit vielen Hitzetagen mit Temperaturen von mindestens 30 Grad Celsius kommt es demnach zu überdurchschnittlich vielen hitzebedingten Krankenhausbehandlungen. 2015 etwa gab es überdurchschnittlich viele Hitzetage – damals lag die Zahl der im Krankenhaus behandelten Schäden durch Hitze und Sonnenlicht 72 Prozent über dem Durchschnitt der Jahre 2004 bis 2024. In absoluten Zahlen wurden gut 2300 Fälle verzeichnet. Im selben Jahr standen rund 60 Todesfälle mit Hitze und Sonnenlicht in direktem Zusammenhang. Das waren etwa dreimal so viele wie der Schnitt zwischen 2004 und 2024. Als direkte Todesursache – worauf sich die Zahl der im Schnitt 21 Fälle pro Jahr bezieht – lässt sich Hitze laut Destatis nur selten feststellen. Daher werde Hitze auf dem Totenschein normalerweise nicht als die zugrundeliegende Todesursache angegeben, erklärt das Robert Koch-Institut (RKI). "In einigen Fällen, zum Beispiel beim Hitzeschlag, führt die Hitzeeinwirkung unmittelbar zum Tod, während in den meisten Fällen die Kombination aus Hitzeexposition und bereits bestehenden Vorerkrankungen zum Tod führt." In wie vielen Fällen Hitze auf diese Weise zum Tod beigetragen hat, schätzt das RKI daher mithilfe statistischer Methoden. Dieses Maß wird die hitzebedingte Mortalität genannt. Das RKI nutzt dazu Daten des Statistischen Bundesamts zu Sterbefällen und Lufttemperaturdaten von Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes. Laut diesen RKI-Schätzungen gab es die höchste hitzebedingte Sterblichkeit zwischen 2004 und 2024 im Jahr 2018. Damals gab es schätzungsweise 8500 Todesfälle in Verbindung mit Hitze. Dahinter folgt das Jahr 2006 mit schätzungsweise 7700 Toten. "Diese Unterschiede können auf die unterschiedlich ausgeprägten Hitzeperioden zurückgeführt werden." In diesem Jahr hat es bisher mehr als 800 hitzebedingte Todesfälle gegeben, wie das RKI mitteilte – und das noch vor der Hitzewelle vor einigen Tagen. Die am Donnerstag veröffentlichten Zahlen betrachten den Zeitraum bis 21. Juni, erste Daten zu Todesfällen in der extremen Hitzephase danach sollen in der kommenden Woche vorgestellt werden.