Datum02.07.2026 06:48
Quellewww.spiegel.de
TLDRVenezuela hat nach schweren Erdbeben eine einwöchige Staatstrauer ausgerufen. Mindestens 2295 Menschen starben, über 50.000 werden vermisst. Die humanitäre Lage verschärft sich, mit Verletzten und Obdachlosen. Berichte über Plünderungen durch Sicherheitskräfte erschweren die Situation, während die Hoffnung auf Überlebende schwindet.
InhaltVenezuela gedenkt seiner zahlreichen Erdbebenopfer mit einer einwöchigen Staatstrauer. Rettungskräfte suchen in den Trümmern weiter nach Verschütteten. Doch die Chancen, Überlebende zu finden, schwinden. Venezuela trauert um Hunderte Menschen, die durch die Folgen der schweren Erdbeben in der vergangenen Woche ums Leben gekommen sind. Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez rief am Mittwochabend (Ortszeit) eine siebentägige Staatstrauer aus. "Die Seele Venezuelas ist zerrissen durch die menschlichen Verluste, die diese verheerenden Erdbeben verursacht haben", erklärte Rodriguez auf Telegram. Die Zahl der bestätigten Todesopfer liegt nach aktuellen Angaben bei 2295, dürfte in den kommenden Tagen allerdings weiter steigen. Laut den Vereinten Nationen werden weiter mehr als 50.000 Menschen vermisst. Eine Woche nach den Beben schwinden allerdings die Chancen, in den Trümmern der zahlreichen zerstörten Gebäude noch Überlebende zu finden. In den besonders betroffenen Gebieten verschärft sich zudem die ohnehin prekäre medizinische Versorgungslage. Durch die Beben wurden 11.000 Menschen verletzt. 13.000 Menschen sind ohne Dach über dem Kopf. Ein Arzt aus der Hauptstadt Caracas warnte gegenüber der Nachrichtenagentur AP, nach der Naturkatastrophe könnten sich Infektionskrankheiten ausbreiten. Sorgen bereiten zudem Berichte über mutmaßliche Plünderungen durch staatliche Sicherheitskräfte. Demnach wurden in der Stadt La Guaira vier Polizisten festgenommen, die auf frischer Tat dabei ertappt worden sein sollen, Wertsachen gestohlen zu haben. Eine Gruppe von Beamten habe "auf beschämende Weise" gehandelt, teilte das Justizministerium mit. Die Polizisten hätten Pflichten vernachlässigt und die Rettungs- und Hilfsmaßnahmen ausgenutzt. Videos der Vorfälle verbreiten sich derzeit rasant in den sozialen Medien. In einem der Clips hält ein von Menschen umringter Polizist eine kleine verbogene Schachtel in der Hand, die er vermutlich aus den Trümmern geborgen hat und in der sich Dollarscheine befinden. Die Menschen fordern ihn auf, die Box loszulassen. In einem anderen Video sieht es so aus, als würde eine Frau Geldscheine zerreißen, die dem Polizisten offenbar abgenommen wurden. Hoffnung macht indes der Fall eines verschütteten Wachmannes in der Stadt Catia La Mar, der rund eine Woche nach den Beben womöglich noch lebend aus den Trümmern eines siebenstöckigen Gebäudes gerettet werden kann. Rettungskräfte versuchen bereits seit drei Tagen, den 43-Jährigen zu befreien. Am Mittwochabend waren die Rettungskräfte nur noch gut einen Meter von ihm entfernt, hieß es. Das schwere Doppelerdbeben in Venezuela hat etliche Häuser und viele Straßenzüge zerstört. Eine grafische Übersicht der betroffenen Gebiete lesen Sie hier .