Klimaschutz: Landesforsten wollen weitere Moore renaturieren

Datum02.07.2026 04:30

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Niedersächsischen Landesforsten planen die weitere Renaturierung von Mooren zur Verbesserung des Klimaschutzes. Trockengelegte Moore, die früher für den Torfabbau genutzt wurden, sollen wiedervernässt werden, um Kohlenstoff zu binden und Lebensräume zu schaffen. Dieser Prozess ist langwierig und erfordert Fachpersonal. Niedersachsen besitzt viele Moorböden, und auch außerhalb des Landesforstes werden Renaturierungen gefördert. Die Politik betont die Verbindung von Klima- und Umweltschutz mit wirtschaftlicher Stärkung und Ökosystem-Resilienz.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Klimaschutz“. Lesen Sie jetzt „Landesforsten wollen weitere Moore renaturieren“. In Niedersachsen sollen auch in Zukunft weitere Moore renaturiert werden. Dazu haben die Niedersächsischen Landesforsten in den vergangenen Jahren mehr Fachkräfte eingestellt, um die Wiedervernässung von Mooren zu planen und umzusetzen, wie ein Sprecher des Unternehmens mitteilte. Die Landesforsten betreuen den niedersächsischen Landeswald, der etwa ein Drittel der Waldfläche Niedersachsens ausmacht. Bereits in den vergangenen Jahren wurden Moorflächen auf dem Gebiet des Landeswaldes renaturiert, nachdem sie jahrhundertelang zum Torfabbau trocken gelegt wurden. In zwei Mooren im Solling in Südniedersachen sei die Wiedervernässung beispielsweise abgeschlossen - im Kükenbruch und Friedrichshäuser Bruch.  Vor rund anderthalb Jahren sei etwa auch mit der Renaturierung eines Teils des sogenannten Heidelbeerbruchs begonnen worden. Dort werde aber deutlich, dass die Wiedervernässung von Mooren viel Zeit in Anspruch nimmt. Bisher seien lediglich erste Veränderungen erkennbar. "Die ökologischen Wirkungen stellen sich in der Regel erst über einen längeren Zeitraum ein und werden kontinuierlich beobachtet", sagte ein Sprecher. In der Übergangsphase brauche es auch weiterhin menschliche Pflege. Rund 484.000 Hektar Moorböden gibt es in Niedersachsen, etwa auch in Nationalparks. Auf dem Gebiet der Landesforsten finden sich den Angaben nach 8.500 Hektar. Die meisten von Ihnen im Flachland, einige aber auch in bergigen Regionen wie dem Harz oder Solling. Darunter sind etwa renaturierte Moore oder trockene Moore. "Diese unterscheiden sich jedoch erheblich hinsichtlich ihres Zustands und ihrer Eignung für Wiedervernässungsmaßnahmen", sagte der Sprecher. Nicht überall sei eine Renaturierung sinnvoll oder machbar. Nicht zuletzt sei es auch eine Kostenfrage. Intakte, also feuchte Moore, sind wichtige Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Darüber hinaus binden sie deutlich mehr des klimaschädlichen Kohlenstoffdioxids als etwa Wälder und spielen daher eine wichtige Rolle für den Klimaschutz. Auch außerhalb des Landeswaldes werden in Niedersachsen Moore wiedervernässt, unter anderem mit Hilfe von Fördergeldern. So soll das Altwarmbüchener Moor in der Nähe von Hannover, dessen Fläche sich zum Großteil in Privatbesitz befindet, mit EU-Geldern renaturiert werden. Umweltminister Christian Meyer (Grüne) plant, das Moor im Abend zu besichtigen. Der Stopp ist Teil der Sommerreise des Ministers, die im Zeichen von Natur, Moor, Wasser und Energie stehen soll. Mit einer neuen Moorrenaturierungsoffensive trage das Bundesland zum Naturschutz, Wasserrückhalt und Klimaschutz bei, sagte er dazu und betonte: Es brauche auch weiterhin eine Politik, die "Klima- und Umweltschutz mit der Stärkung der Wirtschaft und der Resilienz unserer Ökosysteme" verbinde. © dpa-infocom, dpa:260702-930-319441/1