Datum02.07.2026 04:14
Quellewww.zeit.de
TLDRBayer gründet die eigenständige Tochtergesellschaft Ruveon für sein US-Glyphosatgeschäft, um auf marktspezifische Anforderungen zu reagieren. Dies ist Teil eines Fünfjahresprogramms zur Steigerung der Agilität im Wettbewerb. Ruveon wird zentral von St. Louis aus operieren. Die Ausgliederung erfolgt inmitten anhaltender Klagen in den USA wegen angeblicher Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter, die Bayer nach der Monsanto-Übernahme zu verantworten hat und für die erhebliche Rückstellungen bildet.
InhaltDer Pharma- und Agrarkonzern Bayer gründet eine eigenständige Tochtergesellschaft für das Glyphosatgeschäft. Ruveon soll auf die Anforderungen des US-Markts reagieren. Der Pharma- und Agrarkonzern Bayer bündelt sein US-Geschäft mit dem weit verbreiteten und umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat in einer eigenständigen Tochtergesellschaft. Die neue Gesellschaft werde den Namen Ruveon tragen, teilte der Leverkusener Konzern am Mittwoch mit. Ziel sei es, das Geschäft optimal auf die spezifischen Anforderungen des US-Marktes auszurichten. Ruveon werde von St. Louis aus alle Aspekte des US-Glyphosatgeschäfts verantworten, von der Preisgestaltung bis zur Produktion, bleibe jedoch Teil des Bayer-Konzerns. Die Ausgliederung ist Teil eines im vergangenen Jahr vorgestellten Fünfjahresprogramms für die Agrarsparte Crop Science. Als eigenständige Einheit könne Ruveon agiler handeln und damit besser auf die Wettbewerbsdynamik in dem von Nachahmerprodukten geprägten US-Markt reagieren, hieß es weiter. "Der heutige Schritt ist ein wichtiger Meilenstein in der Umsetzung unseres Fünfjahresprogramms", sagte Brian Naber, Leiter von Crop Science für Nordamerika. "Mit dem Start von Ruveon bekräftigen wir unser Engagement im Glyphosatmarkt." Die neue Gesellschaft wird von Alfonso Alba Ordonez geleitet. Bayer hat sich mit der milliardenschweren Übernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto im Jahr 2018 eine Klagewelle in den USA wegen angeblicher Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter wie Roundup eingehandelt. Der Konzern weist die Vorwürfe zurück, hat jedoch bereits Rückstellungen in Milliardenhöhe für Vergleiche und künftige Fälle gebildet. Die Rechtsstreitigkeiten belasten seit Jahren den Aktienkurs des Unternehmens schwer.