Kyjiw meldet schwere Attacken auf ukrainische Städte

Datum02.07.2026 04:05

Quellewww.spiegel.de

TLDRKyjiw und andere ukrainische Städte waren Ziel einer massiven russischen Angriffswelle mit Drohnen und Raketen. Berichte sprechen von zerstörten Wohnhäusern und vielen Verletzten in Kyjiw. Auch Saporischschja, Pawlohrad, Sumy und Charkiw waren betroffen. Polen reagierte mit Kampfjets zur Sicherung seines Luftraums. Präsident Selenskyj hatte im Vorfeld vor einem solchen Großangriff gewarnt und zur Beachtung von Alarmsignalen aufgerufen.

InhaltWährend die Menschen schlafen, werden Kyjiw und andere Städte erneut attackiert. Ganze Wohnhäuser sollen zerstört worden sein – die Rede ist von einer der heftigsten Angriffswellen seit Kriegsbeginn. Auch Polens Luftwaffe reagierte. Mehrere Städte in der Ukraine sind zur Zielscheibe einer außergewöhnlich heftigen Angriffswelle mit russischen Kampfdrohnen, Raketen und Marschflugkörpern geworden. Aus der Hauptstadt Kyjiw wurden am Abend und in der Nacht Explosionen gemeldet, nach Behördenangaben gab es mindestens elf Verletzte und ein Todesopfer. Mehrstöckige Gebäude – darunter ein Hotel – seien in Flammen aufgegangen, einige Wohnhäuser komplett zerstört worden, berichtete das Nachrichtenportal "Kyiv Independent" . Demnach setzten die Angreifer Dutzende Raketen und Marschflugkörper ein. In einem beschädigten neunstöckigen ​Wohnhaus seien Menschen eingeschlossen, das Dach eines weiteren Hochhauses stehe in ⁠Flammen, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Das genaue Ausmaß der Schäden war zunächst nicht überschaubar, die ersten Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Im Bericht des "Kyiv Independent" war von einer der heftigsten Angriffswellen seit Kriegsbeginn die Rede. Verängstigte Bewohnerinnen und Bewohner Kiews suchten demnach in U-Bahn-Stationen Zuflucht. Viele von ihnen hätten dort Zelte aufgeschlagen, um die Nacht vor Luftangriffen geschützt unter der Erde zu verbringen, hieß es. Nach ersten Einschlägen am Abend wurde demnach auch am frühen Morgen wieder Luftalarm ausgelöst. Knapp ein Dutzend russische Bomber seien in der Luft, hieß es. Kurz darauf meldeten Reporter des Portals "unglaublich laute Explosionen", die selbst in tief unter der Erde gelegenen Luftschutzbunkern deutlich zu hören gewesen seien. Auch in anderen Städten der Ukraine – darunter Saporischschja und Pawlohrad im Südosten sowie Sumy und Charkiw im Nordosten des Landes – gab es Berichten zufolge Luftalarm und Explosionen. Informationen zu möglichen Schäden und Opfern lagen zunächst nicht vor. Im Nachbarland Polen starteten nach Beginn der Angriffswelle Kampfflugzeuge, wie die polnischen Streitkräfte in einem Beitrag auf X mitteilten. "Diese Maßnahmen sind präventiver Natur und dienen der Sicherung und dem Schutz des Luftraums, insbesondere in den an die bedrohten Regionen angrenzenden Gebieten", hieß es in dem Beitrag. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Mittwoch vor einem bevorstehenden Großangriff auf die Ukraine gewarnt. Alle ein bis zwei Wochen gebe es massive Attacken mit Hunderten Drohnen und Dutzenden Raketen – und "heute gibt es die unangenehme Information über die nächste Vorbereitung eines solchen massiven russischen Angriffs", sagte er am Rande einer Zeremonie zum Wechsel der EU-Ratspräsidentschaft in Dublin. Daher werde er direkt nach der Pressekonferenz rasch in die Ukraine zurückkehren. Seine Landsleute sollten Alarmsignale beachten und Schutzräume aufsuchen. Im Juni griff Russland das berühmte Kyjiwer Höhlenkloster an. Mehr dazu lesen Sie hier: Ein Heiligtum in Flammen